20.000 Euro für neuen Tasifan-Laster in Weimar übergeben

Weimar  Thüringens Sozialministerin Heike Werner übergab dem Kinder- und Jugendzirkus das aus Lottomitteln stammende Geld. Das über 60 Jahre alte bisherige Gefährt soll endlich in Rente geschickt werden.

Zwischen den fröhlichen Kinder gingen die Erwachsenen beinahe unter.

Zwischen den fröhlichen Kinder gingen die Erwachsenen beinahe unter.

Foto: Susanne Seide

Mehr als 60 Jahre hat er bereits auf dem Buckel beziehungsweise dem Chassis. Im kommenden Jahr will der Kinderzirkus Tasifan daher seinen Laster S 4000 aus dem Baujahr 1956, der in seinem ersten Leben in Leipzig als Möbel-Transporter im Einsatz war, endlich außer Dienst stellen. Zumal mit dem Rentenbeginn des Tasifan-Technikers ohnehin niemand mehr in der Lage wäre, das alte Vehikel verkehrssicher zu halten, geschweige denn, im Zweifelsfall zu reparieren.

Umso mehr freute sich die Truppe, die Chef Dirk Wendelmuth vor 22 Jahren aus der Taufe gehoben hat, gestern über einen großzügigen Lottomittel-Scheck von Thüringens Sozialministerin Heike Werner (Linke). Sie war – mit viel Zeit zum Angucken und Mitmachen – zum Talente-Campus plus der Volkshochschule in deren Hof am Graben gekommen, um die Zuwendung über 20.000 Euro zu überreichen. Das Geld ist ausdrücklich für mobile Angebote gedacht, durch die der Zirkus beispielsweise Workshops in Jonglage, in Artistik auf Bällen oder unter der Zirkuskuppel, Einradfahren oder mit dem Diabolo regelmäßig in Weimars Ortsteile wie Schöndorf, West oder Nord sowie beispielsweise nach Jena oder Eisenach bringt.

Die Summe, unterstrich die Ministerin auf Anfrage unserer Zeitung, sei deutlich höher als die üblichen Lottomittel, der „Zirkus Tasifan aber auch etwas ganz Besonderes“. Hier könnten junge Leute mit und ohne Handicap und unabhängig von Muttersprache oder sozialer Herkunft gemeinsam ihre Stärken entdecken und stolz auf ihre Leistung sein, betonte Ministerin Heike Werner.

Mit dem Geld kann der Zirkus seinen Traum vom neuen Laster umsetzen, sofern er weitere finanzielle Unterstützung zusammensammeln kann oder ihm ein besonders günstiges Angebot ins Haus flattert. Die Neuanschaffung befand auch Bürgermeister Ralf Kirsten für dringend notwendig. In seiner Zeit als Polizist hätte er das Vehikel sicher aus dem Verkehr ziehen müssen, scherzte er und hob zugleich die Bedeutung des Angebots hervor: 99 Prozent aller Weimarer Kinder und Jugendlichen würden Tasifan „wegen seiner super Arbeit“ kennen.

Wer ihn endlich kennenlernen oder wieder etwas mit ihm unternehmen möchte, hat dazu – neben weiteren freien Angeboten – noch im Rahmen des Weimarer Ferienpasses Gelegenheit. Das sagte die Kinderbeauftragte Sina Solaß, die zudem unter den über Zehnjährigen für das Mitmachen bei einer Umfrage zum Thema Freiflächennutzung in Weimar warb. Gefragt wird dabei, wo Kinder und Jugendliche zum Beispiel Sport treiben oder Fahrrad fahren, erläuterte Sina Solaß.

Wer den Zirkus unterstützen möchte: Gesucht wird ein Laster am besten mit Wechselbrücke, der das Zelt und das Equipment aufnehmen kann. Wobei dabei oft bis zu acht Tonnen zusammenkommen können.

www.tasifan.orgwww.ferienpass-weimar.de www. kinderbuero-weimar.de

Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.