Alte Feuerwache plant Autokino für Weimar

Weimar.  Der Verein Alte Feuerwache plant mit Akteuren aus Weimars Kulturleben auf dem 3770 Quadratmeter großen Areal an der Erfurter Straße 37 ein Autokino.

Die Kultur-Initiative Alte Feuerwache (v.l.): Martin Kranz, Rolf. C. Hemke, Christian Meyer, Gerhard Klein, Christiane Werth und Steffen Knabe. 

Die Kultur-Initiative Alte Feuerwache (v.l.): Martin Kranz, Rolf. C. Hemke, Christian Meyer, Gerhard Klein, Christiane Werth und Steffen Knabe. 

Foto: Franziska Bernstein

„Weimar ohne Kultur ist nicht Weimar.“ Deshalb hat Christian Meyer, Vorstand im Verein Alte Feuerwache, verschiedene Akteure der Weimarer Film-, Kunst-, Musik- und Theaterszene ins Boot geholt. Ein erstes Treffen fand am Mittwoch statt. Das gemeinsame Ziel: Alternativen zu schaffen angesichts der Corona-Pandemie geschlossenen Theater, Kinos und Konzertsäle. Christian Meyer ist überzeugt, dass der Innenhof der Feuerwache ein idealer Standort für ein Autokino ist. Der Ort werde kostenneutral zur Verfügung gestellt. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog.

Der Verein hatte nach Auskunft von Christian Meyer bereits krisentaugliche Veranstaltungsideen mit Lichthaus Kino, Genius Loci und weiteren Kulturschaffenden ausgetauscht. „Dank der neuen Partnerschaften mit dem Kunstfest Weimar und den Achava Festspielen Thüringen könnte in den kommenden Monaten die Programmvielfalt deutlich erweitert werden“. Dabei sei es für die Beteiligten selbstverständlich, dass jegliche Veranstaltungen eng mit dem Ordnungsamt abgestimmt und die jeweils aktuellen Versammlungsregeln eingehalten werden. „Mit der Feuerwache steht uns ein Freiluft-Spielort mitten in der Stadt zur Verfügung, urban und einzigartig“, unterstrich Martin Kranz, Intendant Achava Festspiele. Er würde mit dem Kunstfest Weimar gern eine Filmreihe zum Thema „Erinnerung“ initiieren. Rolf C. Hemke, künstlerischer Leiter des Kunstfestes, ergänzte: „Hier könnte in Zeiten des brach liegenden öffentlichen Lebens Kunst für alle Menschen und Zielgruppen zugänglich gemacht werden. Selbst wenn dies zunächst nur aus den Autos heraus möglich sein wird, so bedeutet dies doch eine Art gemeinsamen Kulturerlebens.“

Ursprünglich plante die Knabe Verlagsgruppe, ein eigenes Autokino ins Leben zu rufen, berichtet Verlagsleiter Steffen Knabe. Dann erfuhren sie vom Vorhaben des Vereins: „Die bekanntesten Kreativen der Weimarer Kulturszene schaffen gemeinsam ein breites und ,Corona-sicheres’ Kulturprogramm für alle Weimarer.“ Das Projekt stehe offen für weitere Beteiligungen. Möglich seien Leinwand-Übertragungen jeglicher Art, so von Konzerten, Fußballspielen, Lesungen, interaktiven Diskussionsrunden, Gottesdiensten.

Die Akteure planen, die Brandwand zur Mozartstraße als temporäre Leinwand zu nutzen. Der Ton werde über das Autoradio übertragen. Die Kinobesucher erwerben ihr Ticket online. Bei der Einfahrt in den Hof soll das Ticket kontaktlos durch die geschlossene Autoscheibe gescannt werden. Das Ordnungsamt wurde vor 14 Tagen über die geplante Veranstaltungsreihe informiert. Bisher steht die Genehmigung noch aus. Christian Meyer erklärte: „Wir sind vorbereitet. Sollte das Autokino genehmigt werden, wären wir innerhalb weniger Tage startbereit.“ Die geplante Interimsnutzung der Alten Feuerwache bis zur Eröffnung der Baustelle sei ein wichtiger Teil der laufenden Kampagne zur Akquise von Eigenmitteln