Ansturm auf den Schlosspark Ettersburg: Vernunft und Balance sind gefragt

Ettersburg  Gemeinde Ettersburg und Verwaltung der Landgemeinde Am Ettersberg werten das Wochenend-Geschehen aus.

Das Winter-Sonnenwetter lockte viele Menschen nach Ettersburg zum Schlittenfahren im Schlosspark. Zum Leidwesen der Einwohner und der Gemeinde.

Das Winter-Sonnenwetter lockte viele Menschen nach Ettersburg zum Schlittenfahren im Schlosspark. Zum Leidwesen der Einwohner und der Gemeinde.

Foto: Maik Schuck

„Das Ordnungsamt der Landgemeinde Am Ettersberg hat sich in dieser Frage nichts vorzuwerfen.“ Mit dieser Aussage reagierte Landgemeinde-Bürgermeister Thomas Heß (CDU) zu Wochenbeginn auf die Diskussionen um den Besucher-Ansturm auf den Schlosspark in Ettersburg am Samstag und Sonntag. Der Bürgermeister der Gemeinde Ettersburg, Jens Enderlein, hatte vor allem die Zahl der an Straßenrändern und in Waldzufahrten parkenden Autos als problematisch gesehen (unsere Zeitung berichtete). Corona-Blog: Zwei Thüringer Kreise bundesweite Hotspots – 50 Verfahren nach Verstößen bei Demonstrationen

„Unser Ordnungsamt hat die Situation im Blick“, so Heß. Es gebe eine Telefonbereitschaft und regelmäßige Kontrollgänge, immer in Kombination mit dem Polizei-Kontaktbereichsbeamten (KoBB) der Landgemeinde. „Wir müssen die Rettungswege prüfen“, so Heß.

„Die Zufahrt für Winterdienst, Rettungswagen oder Feuerwehr muss immer frei sein. Außerdem achten wir auf die Einhaltung der Corona-Bestimmungen. Aber wenn die Leute rodeln oder im Wald spazieren gehen, gibt es dagegen keine Verstöße.“ Er plädiert dafür, sensibel abzuwägen und eine vernünftige Balance zu wahren: „Die Leute brauchen in dieser Zeit auch mal ein Ventil, müssen mal daheim raus.“

Dem stimmt auch Jens Enderlein grundsätzlich zu. Allerdings bleibe am Ende die Gemeinde auf den Folgen sitzen, wenn Straßenränder oder Wiesen durch die parkenden Autos Schaden nehmen. Zudem hinterließen die Besucher an einem Wochenende wie dem vergangenen rund einen Kubikmeter Müll, dessen Entsorgung die Gemeinde zwischen 150 und 200 Euro koste. Letztlich bleibt ihm nur, an die Vernunft der Besucher zu appellieren: „Wenn der Parkplatz voll ist, sollten sie woanders ihr Glück versuchen.“