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Anwohner der Weimarer Prellerstraße fordern Kompromiss

Weimar.  Der Streit darum, ob Bäume in der Prellerstraße gefällt und ersetzt werden sollen, hält an. Anwohner haben einen Appell an die Stadt verfasst.

Die Bäume in der Weimarer Prellerstraße sind weiterhin umstritten. Ein Teil der Anwohner will sie ersetzt sehen. Ein anderer Teil empfindet den Wechsel der Bäume als nicht mehr zeitgemäß.

Die Bäume in der Weimarer Prellerstraße sind weiterhin umstritten. Ein Teil der Anwohner will sie ersetzt sehen. Ein anderer Teil empfindet den Wechsel der Bäume als nicht mehr zeitgemäß.

Foto: Michael Baar

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Im Streit um die Bäume in der Prellerstraße haben Anwohner einen Appell an die Stadtverwaltung verfasst. Sie fordern darin einen Kompromiss zur geplanten kompletten Fällung der bestehenden Zierkirschen. Ihr Argument: Angesicht der Klima-Herausforderungen sei es am sinnvollsten, die „bestehenden Schutzschilde“ gegen Kohlendioxid zu erhalten, statt dort Beerenäpfel zu pflanzen. Diese könnten höchstens ein Zehntel der Leistung erbringen, zu der die bisherigen Bäume imstande seien. Der Vorschlag von Anwohnern lautet daher, nur an der Ost- oder Westseite Bäume auszutauschen.

Anwohnern fordern „wirkliche Bürgerbeteiligung“

Allerdings waren es auch – vermutlich andere – Anwohner, die die starkwüchsigen Zierkirschen mit ihren mächtigen Kronen und entsprechendem Schattenwurf immer wieder kritisiert hatten. Die neue Pflanzstrategie hatte die Stadt im Januar rund 30 Interessierten vorgestellt und sah sich durch die Reaktionen in ihren Plänen bestätigt. Die kritischen Anwohner indes fordern statt dieser Bürgerinformation eine „Wirkliche Bürgerbeteiligung“.

Die Beerenäpfel, so die Argumente der Stadt, würden sich durch einen geringeren Wuchs auszeichnen, seien klimafest, widerstandsfähig und pflegeleicht, während die Zierkirschen ständig beschnitten werden müssten. Darüber hinaus würde durch den Kronenaufbau regelmäßig die Gefahr von Astbrüchen bestehen und sei das Holz im Stammfußbereich für Holz zersetzende Pilze anfällig.

Baumfällungen gehen ab Dienstag weiter

„Die Stadt Weimar ist sich der Bedeutung des Baumbestandes in Zeiten des Klimawandels in vollem Umfang bewusst“ und entsprechend der Tatsache, dass sie das örtliche Kleinklima verbessern, hieß es auf Anfrage unserer Zeitung aus der Verwaltung.“ Andererseits zeige sich, dass zahlreiche Baumarten den Standortbedingungen nicht mehr gewachsen seien. In solchen Fällen sei das Grünflächen- und Friedhofsamt der Auffassung, dass „Baumarten, die hinsichtlich ihrer Wuchsform und ihrer Standortansprüche angepasst sind, ihre ökologische und stadtgestalterische Funktion am ehesten erfüllen können“.

Die Baumfällungen in der Prellerstraße sollen Dienstag bis Freitag unter einer wanderenden Vollsperrung zwischen Steuben- und Trierer Straße fortgesetzt werden.

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