Appell an die Stadt zum Klimanotstand

Weimar.  Oberbürgermeister Kleine nimmt Resolution entgegen, lädt zur Zusammenarbeit ein und lehnt verbale Gräben ab

Vertreter des Bündnisses Klimawende Weimar übergeben Resolution zum Klimanotstand an den Oberbürgermeister.

Vertreter des Bündnisses Klimawende Weimar übergeben Resolution zum Klimanotstand an den Oberbürgermeister.

Foto: Michael Baar

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Das „Bündnis Klimawende Weimar“ hat bei der Auftaktkundgebung zum Weimarer Klimastreik am Freitag eine Resolution zum Klimanotstand an Oberbürgermeister Peter Kleine übergeben. Das Bündnis will durch die Erklärung des Klimanotstands erreichen, dass Stadtrat und Stadt den Stop der Klimakrise und ihrer Folgen als Aufgabe von höchster Priorität anerkennen. Das Bündnis strebe dabei eine dauerhafte und regelmäßige Zusammenarbeit mit dem Oberbürgermeister, dem Stadtrat und der Stadtverwaltung sowie die Beteiligung der Bürger an diesem Prozess an.

Das Stadtoberhaupt entgegnete: „Die ausgestreckte Hand schlage ich nicht aus.“ Der Klimawandel sei extrem. Dennoch teile er die radikale Sprache dazu nicht. Dass sich immer mehr Menschen des Klimawandels bewusst würden, das sei dem Engagement von Fridays for Future und anderen zu verdanken. Es gehe aber auch darum, die Erkenntnis in Alltagshandeln zu überführen.

Für die 66.000 Weimarer verbinden sich damit aus Sicht des OB Fragen der Mobilität, der Mieten, der Energiekosten oder auch Sorgen für ihren Alltag. Deshalb überlege er stets, welchen Ton er wähle, um die Bürger mit auf den Weg mitzunehmen. An das Bündnis appelliere er deshalb, keine Gräben zu ziehen.

Kleine verwies auf Anstrengungen der Stadt zur Energieeinsparung, auf Konzepte wie sie für Mobilität, Nahverkehr oder das Stadtgrün und andere relevante Bereiche erarbeitet werden. Für alle müssten die notwendigen Mittel aufgebracht werden.

Das „Bündnis Klimawende Weimar“ ist nach eigenen Angaben eine Initiative von Fridays for Future, denen sich Gruppen wie Parents for Future und Entrepreneurs vor Future sowie klima-engagierte Bürger angeschlossen haben. Gegründet hat sich das Bündnis am 10. September 2019. Es geht davon aus, dass nur durch das Ausrufen des Klimanotstandes mit all seinen Konsequenzen die Klimaneutralität in Weimar erreicht wird.

Am Klimastreik in Weimar nahmen zeitweise bis zu 500 Menschen teil. Der Anteil der Schüler war dabei geringer als zuletzt. Allerdings nahmen sichtbar mehr Studenten teil, nachdem an der Bauhaus-Universität eine Klimastreikwoche organisiert und an die Uni-Leitung ein Papier übergeben wurde, das ebenfalls das Ausrufen des Klimanotstandes fordert.

Die Demonstration zog sich vom Stepháne-Hessel-Platz über den Goethe- und den Sophienstiftsplatz, die Steuben- und die Marienstraße zum Campusplatz vor dem Uni-Hauptgebäude. Hier machten FFF-Aktivisten in einer Performance darauf aufmerksam, dass in Thüringen in diesem Jahr noch kein Windrad errichtet worden sei. Ein weitere Performance kritisierte später auf dem Wielandplatz das Klimapaket der Bundesregierung. – Die Demo wurde von Weimarer Polizeibeamten im Verkehr abgesichert. Sie ging mit deutlich geringerer Teilnehmerzahl als zum Auftakt und ohne Zwischenfälle auf der Grünfläche am Frauenplan zu Ende.

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