Auch in Weimar steigt jetzt die Zahl der Neu-Infektionen

Weimar.  Die Stadtverwaltung sucht dringend geeignetes Personal für den Telefondienst. Bürgermeister zieht positives Fazit nach Zwiebelmarkt.

Steigende Corona-Zahlen in Weimar

Steigende Corona-Zahlen in Weimar

Foto: Michael Baar

Zehn Tage nach Ende des Zwiebelmarktes unter Corona-Bedingungen ist Bürgermeister Ralf Kirsten nahezu sicher: Der Markt hat nicht zur Verbreitung von Corona-Infektionen beigetragen. Bis einschließlich Dienstag gab es keine anders lautenden Informationen auswärtiger Gesundheitsämter. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog

Aktuell hat die Erkenntnis für Weimar nur zweitrangige Bedeutung. Denn nach mehr als sieben Tagen ohne Neuinfektion in der vergangenen Woche gibt es seit Mittwoch sieben aktiv Infizierte in der Stadt. Zwar gilt eine Person seit Mittwoch als genesen. Vier Neuinfektionen kamen allerdings hinzu. Zwei davon brachten ihre Infektion aus Bayern mit, eine dritte stammt aus dem Kontaktumfeld einer Neuinfektion vom Dienstag. Fall 4 werde noch aufgearbeitet, hieß es am Nachmittag.

Da eine der Infektionen im Umfeld des Goethegymnasiums aufgetreten ist, erwartete die Verwaltung eine relativ hohe Zahl von Quarantäne-Anordnungen für Kontaktpersonen. Nur so lasse sich die Infektionskette unterbrechen.

Bereits am Mittwoch waren die Quarantäne-Fälle in Weimar auf 143 gestiegen (+76). Inzwischen werden in der Verwaltung allerdings auch die Mitarbeiter knapp, die in der Kontaktpersonen-Nachverfolgung und bei der Übermittlung der Quarantäne-Anordnungen eingesetzt werden können. Nicht zuletzt, weil ihre eigentlichen Aufgaben in der Verwaltung drängen. Zuletzt fiel obendrein jener Mitarbeiter aus, der bisher die schriftlichen Quarantäne-Anordnungen an die Betroffenen zugestellt hat.

Die Stadtverwaltung will deshalb sechs zusätzliche Mitarbeiter einstellen, die solche Aufgaben im Corona-Team für mehrere Monate übernehmen können.

Die kritischen Corona-Zahlen waren am Mittwoch weiterhin überschaubar. Ein Patient wurde im Klinikum behandelt. Die sogenannte 7-Tage-Inzidenz, mit der die Neuinfektionen der vergangenen Woche ins Verhältnis zu 100.000 Einwohnern gesetzt werden, stieg auf 10,75 in Weimar. Letzten Freitag betrug sie nur 0,00. Bei 35,0 würden weitere Maßnahmen in Kraft treten.

Im Kreis Weimarer Land stieg die Zahl der Infizierten mit sieben Neuerkrankungen auf aktuell 24. Abzüglich zweier Genesener waren das fünf aktiv Kranke mehr als am Dienstag. Eine Neuerkrankung geht laut Gesundheitsamt auf einen Mitschüler zurück, der Kontaktperson eines infizierten Kindes aus der Grundschule Buttelstedt war. Zudem wurden eine Ehefrau und ein Kind von ihrem bereits infizierten Vater angesteckt. Die übrigen Neuerkrankungen seien kreisweit festgestellt worden, so dass man keinen speziellen Hotspot ausmachen könne, versichert das Gesundheitsamt.

Innerhalb der vergangenen sieben Tage wurden im Weimarer Land 19 Neuerkrankungen registriert. Das ergibt eine 7-Tage-Inzidenz auf 100.000 Einwohner von 23,2. Nur ein Patient liegt noch im Krankenhaus. 266 Kontaktpersonen sind in Quarantäne. Hinzu kommen 19 Reiserückkehrer (-6).