Ausstellung in Weimar: Von der Stempelwippe bis zum roten Teppich

Weimar  Die Reihe von Studio 100 zum Bauhaus-Jubiläum endet mit einer letzten Präsentation im Gaswerk

Projektleiter HP Großmann (oben im Bild) mit den Künstlern (von links) Marc Sauter, Stefan Kraus, Karo Kollwitz und Nils Volkmann sowie Sparkassen-Regionalleiter Stefan Grosch vor der Installation von transskuktura.

Projektleiter HP Großmann (oben im Bild) mit den Künstlern (von links) Marc Sauter, Stefan Kraus, Karo Kollwitz und Nils Volkmann sowie Sparkassen-Regionalleiter Stefan Grosch vor der Installation von transskuktura.

Foto: Christiane Weber

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Aus aller Welt kommen sie heute zur Eröffnung ihrer Ausstellung in Weimar zusammen: Absolventen der Bauhaus-Uni zeigen ihre künstlerischen Positionen im Gaswerk an der Schwanseestraße 92. Damit endet in Weimar die sechsteilige Ausstellungsreihe „Unser Bauhaus“ von Studio 100 zum Bauhaus-Jubiläum. Zu sehen ist beispielsweise eine Stempelwippe von Maxie Götze und Nils Volkmann: Nach dem Prinzip einer Kinderwippe konstruiert, wird bei jedem Abwärtsschwung ein Extrakt aus dem Bauhaus-Manifest gedruckt. Künstlerin Karo Kollwitz und Stefan Grosch, Regionalcenter-Leiter Weimar der Sparkasse Mittelthüringen, testeten die Wippe mit Erfolg.

Karo Kollwitz selbst hat aus Obst- und Nussbaumhölzern Bauhaus-Toys gedrechselt, bunt lackiert und mit Quasten versehen. Jedes ihrer 47 Objekte ist einem Bauhäusler zugeordnet. Die englische Künstlerin Bethan Hughes fasziniert mit digitalen Animationen von Seen, Feuchtgebieten und Sümpfen im Nordwesten Englands, die absinkende Kohlegruben und Mülldeponien überflutet haben. Dort gedeiht heute wieder eine vielfältige Flora und Fauna. Das sind drei von insgesamt 24 neuen künstlerischen Positionen, die in der letzten von sechs Ausstellungsfolgen „Unser Bauhaus“ gezeigt werden. Zusammen mit Exponaten aus vorangegangenen Ausstellungen ergibt sich ein spannender Einblick in unterschiedliche künstlerische Handschriften von Absolventen und Studenten der Bauhaus-Uni in den letzten 25 Jahren.

NeoNaut bringt „Loveletters“ in Sprühfarbe auf die Leinwand. Geradezu eintauchen können Besucher in die faszinierende, reaktive Sound-Installation „His Masters Voice“ von Marc Sauter, der Papierseiten aus der römisch-katholischen und orthodoxen Bibel sowie aus dem Koran auffädelte und aufhängte.

Seine praktische Erprobung vor der Stadtverwaltung hat der rote Teppich von Kavachi bereits hinter sich. Der Stoff für den Teppich wurde von Weimarern gespendet. Sein Projekt entstand 2016 in Zusammenarbeit mit dem Kunstfest. Doch schon bevor Kunstfreunde die Ausstellungsräume betreten, erwartet sie auf der Zufahrt zum Gebäude ein modulares Objekt aus Altglascontainern, gefertigt von transstruktura.

Die Ausstellungsreihe zum 100-jährigen Bauhausjubiläum vereint in 100 Tagen 100 Akteure und gibt Einblick in die Arbeitsweise und Schaffensprozesse der ausgewählten Künstlerinnen und Künstler der letzten 25 Jahre an der Bauhaus-Uni. Die insgesamt siebenteilige Ausstellungsreihe startete am 7. Dezember in der Kunsthalle Harry Graf Kessler und war mit den Ausstellungsfolgen 4 und 5 in der Neufert-Box in Gelmeroda zu Gast. Insgesamt sahen nach Angaben von Projektleiter HP Grossmann rund 2500 Besucher die bisherigen Ausstellungsteile. Mit der Resonanz zeigt sich auch die künstlerische Leiterin Canan Yilmaz zufrieden. Mit einem siebten und letzten Ausstellungsblock gastiert Studio 100 vom 22. November bis 29. Februar an der Hochschule für Gestaltung in Ulm. Die Ausstellungsreihe wird maßgeblich unterstützt durch die Sparkasse Mittelthüringen und die Thüringer Staatskanzlei.

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