Ausstellung zu Stolpersteinen beleuchtet Weimarer Schicksale

Weimar  Verein Lernort Weimar stellt Biografien im Hauptbahnhof aus. Im November werden zwölf weitere Stolpersteine verlegt

Dieser Stolperstein auf dem Bahnhofsvorplatz erinnert an Rosa Schmidt, die 1944 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet wurde.

Dieser Stolperstein auf dem Bahnhofsvorplatz erinnert an Rosa Schmidt, die 1944 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet wurde.

Foto: Jens Lehnert

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Mit einer Ausstellung bringt der Verein Lernort Weimar einen Teil der bisher in der Stadt verlegten Stolpersteine ab dem Wochenende im Hauptbahnhof zusammen.

Die Ausstellung „Stolpersteine in Weimar“ berichtet von den Lebenswegen einiger Menschen, für die in Weimar seit dem Jahr 2008 Stolpersteine verlegt worden sind. Die Biografien von Kurt Nehrling, Jenny Fleischer-Alt, den Familien Appel, Ortweiler und Berlowitz und anderen geben Auskunft über Weimarer Bürgerinnen und Bürger, die aus der nationalsozialistischen „Volksgemeinschaft“ ausgeschlossen, entrechtet und verfolgt worden sind.

Die Ausstellung ist Teil des Projekts „Demokratie braucht Erinnerung“, das der Verein Lernort Weimar in diesem Jahr ins Leben gerufen hat. Im Rahmen des Projekts bietet der Verein kostenfreie Rundgänge zu Weimarer Stolpersteinen an und arbeitet mit Schülerinnen und Schülern zur lokalen Geschichte von Ausgrenzung, Entrechtung und Verfolgung im Nationalsozialismus. Auch die Recherche zu weiteren Biographien und die Publikation der Ergebnisse im Internet ist Teil des Vorhabens „Demokratie braucht Erinnerung“.

Seit 1995 verlegt der Künstler Gunter Demnig weltweit Steine mit einer Messingplatte im Pflaster europäischer Orte. Sie sollen den routinierten Gang der Passanten aus dem Takt bringen, sie gedanklich stolpern lassen, erinnerte der Verein Lernort Weimar. In der Stadt wurden bisher 34 Steine für Menschen verlegt, die in Weimar lebten, die jüdischen oder christlichen Glaubens oder nicht religiös waren, die politisch desinteressiert, deutschkonservativ, sozialdemokratisch engagiert oder kommunistisch orientiert waren, die kleine und große Geschäfte betrieben, die noch zur Schule gingen und im Garten spielten, ehe sie beispielsweise deportiert, ermordet oder in den Freitod getrieben worden sind. Der erste Weimarer Stolperstein erinnert seit 2007 in der Marienstraße an den Cellisten Eduard Rosé. Am 3. November dieses Jahres werden schließlich zwölf weitere Stolpersteine in Weimar verlegt.

„Stolpersteine in Weimar“ enthält neben Biografien auch Schriftstücke wie ein Schreiben, des Weimarer Bürgermeisters mit der Anregung, allen städtischen Angestellten zu untersagen, mit ihrer Kaufkraft jüdische Bürger zu unterstützen.

Ausstellung: Vernissage Sonn-tag, 20. Oktober, 15 Uhr; bis 17. November; Hauptbahnhof Weimar; www.lernort-weimar.de/stolpersteine

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