Bad Berka: Dummy-Rettung aus der Luft

Bad Berka.  Rund um Bad Berka führten Thüringer Polizei und die Höhenrettungseinheit der Berufsfeuerwehr Erfurt eine Gemeinschaftsübung durch.

Eine Gemeinschaftsübung haben die Thüringer Polizei und die Höhenrettungseinheit der Berufsfeuerwehr Erfurt im Bereich Bad Berka, Tiefengruben und Bergern durchgeführt.

Eine Gemeinschaftsübung haben die Thüringer Polizei und die Höhenrettungseinheit der Berufsfeuerwehr Erfurt im Bereich Bad Berka, Tiefengruben und Bergern durchgeführt.

Foto: Stefan Eberhardt

Besorgte und zugleich fragende Gesichter waren am Freitagvormittag in Bad Berka, Tiefengruben und Bergern zu sehen. Der Blick der Menschen war in den Himmel gerichtet, wo der Polizeihubschrauber „Habicht“ immer wieder kreiste und mit einer Seilwinde scheinbar Menschen zu Boden ließ. Bei dem rund zweistündigen Szenario handelte es allerdings sich um eine Gemeinschaftsübung der Thüringer Polizei und der Höhenrettungseinheit der Berufsfeuerwehr Erfurt.

Dafür waren im Bereich Tiefengruben mehrere Dummies platziert, die für den normalen Rettungsdienst am Boden nicht erreichbar gewesen wären und somit einen Einsatz der Höhenrettung erfordert haben. War der Dummy einmal von oben lokalisiert, wurde umgehend ein Rettungsteam per Hubschrauber vom Flugplatz Bad Berka zum Einsatzort gebracht und abgeseilt.

Nachdem die Transportsicherheit am Boden mit einer Art Vakuummatratze hergestellt war, flog der Habicht der Polizei erneut die Einsatzstelle an, und der verletzte Dummy wurde an Bord geholt, um ihn auf dem Segelflugplatz der Kurstadt wieder absetzen zu können.

Insgesamt fünf Teams übten diese aufwendige Rettungsmaßnahme, die im Alltag der Retter zunehmen. Insgesamt sechs Mal flogen sie zu verunglückten Menschen. Dazu zählten ein Gleitschirmflieger, eine Radfahrerin und ein Waldarbeiter, aber auch direkt im Erfurter Steiger ein Mountainbiker, bei dem die Anfahrt eines Rettungswagens oder Notarztes einfach zu lange gedauert hätte.

Die Übungen dienen auch der eigenen Sicherheit der Rettungskräfte, die in Thüringen und darüber hinaus im Einsatz sind und bei denen jeder Fehler tödlich sein könnte. Ihr Leben hängt zwar nicht am seidenen Faden, aber an nur einem Stahlseil. Und das müsste die Besatzung des Hubschraubers kappen, wenn sich das Seil verfängt und ein Absturz drohen würde.

Es war die erste Gemeinschaftsübung dieser Art in diesem Jahr. Am kommenden Freitag ist die Ausbildung einer weiteren Abteilung der Berufsfeuerwehr Erfurt im Bereich von Bad Berka geplant. Die Region biete sich dafür an. Zwar kann der Hubschrauber quasi überall landen. Ein Flugplatz vor Ort sorge aber für deutlich weniger Störungen des Umfeldes, als wenn etwa in einem Gewerbegebiet geprobt wird.