Beeindruckendes Werk aus drei Chroniken

Hetschburg.  Ein am Sonntag vorgestelltes Buch erzählt die Geschichte von Hetschburg. Mehr als 100 Neugierige strömten zur Präsentation in den Gasthaus-Saal.

Klaus Trost leistete den größten Teil der Text-Arbeit, Anja Pabst gestaltete mit viel Aufwand das Layout der „Chroniken von Hetschburg“.

Klaus Trost leistete den größten Teil der Text-Arbeit, Anja Pabst gestaltete mit viel Aufwand das Layout der „Chroniken von Hetschburg“.

Foto: Maik Schuck

Das Jubiläumsprogramm „900 Jahre Hetschburg“ hat seinen krönenden Abschluss gefunden. Zur Präsentation des Buches „Die Chroniken von Hetschburg“ strömten am Sonntagnachmittag mehr als 100 Neugierige in den Saal der Gaststätte „Zum Lindenbaum“. Am Abend waren von den 150 Exemplaren der Startauflage bereits mehr als 70 verkauft.

Das Buch trägt den Plural im Titel, weil es sich tatsächlich um die Zusammenführung dreier Chroniken handelt. Teil eins stammt von Kurt Hanns Hancke: Der 1887 geborene Maler, Absolvent der Großherzoglichen Kunstschule Weimar und Hospitant am Bauhaus, lebte von 1933 bis zu seinem Tod 1971 in Hetschburg und erarbeitete das Grundgerüst der Dorfgeschichte. Heinz Lindner führte die Chronik weiter und gliederte die Geschehnisse im Dorf auch in größere politische Zusammenhänge ein. Der aktuelle Ortschronist Klaus Trost hat alle Ereignisse der letzten 20 Jahre akribisch dokumentiert und verfasste noch ein Kapitel über die Feierlichkeiten zum 900-jährigen Jubiläum der Ersterwähnung.

Die Endproduktion lag in den Händen von Anja Pabst: Die professionelle Layouterin lebt im Dorf, hat bereits die 23 Info-Tafeln des „Hetschburg-Rundweges“ grafisch gestaltet und verbrachte für das Buch über Monate hinweg ungezählte Stunden ihrer Freizeit am Rechner. Zwar lagen alle Dokumente bereits digitalisiert vor, aber es galt, alles in einheitliche Form zu bringen, kleine Fehler auszubügeln, zusätzliche Fotos einzuarbeiten. Am Ende wurde das Werk mehrmals Korrektur gelesen. Es gibt sowohl eine Seite zur Geschichte der Kirmes als auch eine mit allen Weihnachtsmärchen-Aufführungen.

Für Jan Zubek, den Sprecher des Festkomitees und maßgeblichen Organisator des Jubiläumsprogrammes, ist die Chronik eine Wissens-Fundgrube. Er stammt aus Gera und zog 2011 aus Weimar in das Dorf an der Ilm. „Es ist schon faszinierend, welche lange Geschichte manche Familiennamen hier haben“, sagt er. „Das sorgt immer wieder für Aha-Momente. Aber in erster Linie finde ich beeindruckend, dass eine 250-Seelen-Gemeinde eine so akribisch erarbeitete Chronik hat.“

Dass die Dorfgemeinschaft in Hetschburg funktioniert, zeigte sich schon vor dem Jubiläumsjahr: „Wenn hier mal ein Arbeitseinsatz angesetzt ist, sind immer 20 bis 30 Leute zum Helfen da“, so Zubek. Und wie schon bei der „Langen Tafel“ im Spätsommer funktionierte das Mitbring-Prinzip auch am Sonntag: Viele Besucher hatten Kuchen oder herzhaften Fingerfood dabei, der Förderverein der Hetschburger Kirche bot Kaffee mit einer „Kasse des Vertrauens“ an – so gab es zunächst eine gemütliche Runde, bevor die Präsentationen begannen.

Die Chronik kostet 25 Euro und ist vorerst über das Festkomitee erhältlich – online auf www.hetschburg.de. In wenigen Tagen bekommt auch die Gaststätte einige Exemplare zum Verkauf. Falls die Auflage vergriffen ist, könnte eine zweite folgen.