Begriff Heimat beim Veredeln von Obstbäumen erkunden

Weimar.  Die Stipendiaten des 26. Internationalen Atelierprogramms der ACC Galerie und der Stadt Weimar stehen fest.

Tsuyoshi Anzai war der erste Stipendiat des 25. Internationalen Atelierprogramms der ACC Galerie und der Stadt Weimar 2019. Im Bild mit (v.l.) ACC-Galerist Frank Motz, Stadtkulturdirektorin Julia Miehe und Ursula Seeger, Referentin für Bildende Kunst.

Tsuyoshi Anzai war der erste Stipendiat des 25. Internationalen Atelierprogramms der ACC Galerie und der Stadt Weimar 2019. Im Bild mit (v.l.) ACC-Galerist Frank Motz, Stadtkulturdirektorin Julia Miehe und Ursula Seeger, Referentin für Bildende Kunst.

Foto: Christiane Weber

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Die Würfel sind gefallen: Aus 58 Bewerbungen aus 26 Ländern wählte eine Fachjury die drei Stipendiaten des 26. Internationalen Atelierprogramms der ACC-Galerie und der Stadt Weimar aus. Die diesjährige Ausschreibung richtete sich auf den ebenso vieldeutigen wie intensiv diskutierten Begriff Heimat, der von den Stipendiaten künstlerisch zu erkunden ist.

Ausgewählt wurden Mikhail Lylov aus Russland sowie Paul Wiersbinski und Rosa Nussbaum aus Deutschland. Die Jury bestand aus Alena Alexandrova, Kuratorin und Kunsttheoretikerin (Amsterdam), Yochai Avrahami, Künstler (Tel Aviv), Yvonne Buchheim, Künstlerin (Kairo/Berlin), Samantha Font-Sala, Fotografin (Weimar), und Susann Maria Hempel, Filmemacherin (Greiz).

Mikhail Lylov (Jahrgang 1989) wird von Februar bis Mai 2020 zu Gast in Weimar sein und sich unter dem Titel „The Broken and The Repaired“ am Veredeln von Obst mittels Verwendung von Zweigen verschiedener Apfelbäume versuchen, die er von Besitzern von Streuobstwiesen in Weimar zu erhalten hofft. Durch diese Art einer Transplantation bekommen die Zweige dann gleichsam eine gemeinsame neue Heimat, wachsen weiter und führen Eigenschaften mit denen einer anderen Pflanze zusammen.

Paul Wiersbinski (geboren 1983), der von Juni bis September 2020 in Weimar künstlerisch tätig sein wird, schlägt mit dem von ihm geplanten Projekt Heimatmaschine vor, unsere Heimatbegriffe zu überdenken. Dazu wird er Computer verwenden, die er mittels „maschinellen Lernens“ in gewissem Maße eigenständig historische wie auch zeitgenössische Texte erfassen lässt. Diese erzählen uns dann, was Heimat war, ist oder sein könnte.

Rosa Nussbaum (Jahrgang 1991) wird von Oktober 2020 bis Januar 2021 Weimars Residenzkünstlerin sein. Sie thematisiert in ihrem Projekt „The Black Stick and The White Stick“ die „Lebenslüge“ ihres rumänisch-jüdischen Großvaters, der sein ganzes Leben lang vorgab, im ersten arabisch-israelischen Krieg verwundet worden zu sein. Wie er jedoch kurz vor seinem Tod bekannte, stammt diese Verwundung von einem Kampf mit Wilderern in der Nähe von Bukarest.

Alle Künstler werden im Frühjahr 2021 in der ACC-Galerie Weimar die Ergebnisse ihrer Weimar-Aufenthalte aus- und vorstellen.

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