Blankenhain wird wieder Badbetreiber

Blankenhain  Jenaer Bäder- und Freizeit-Gesellschaft kann auslaufenden Vertrag mit der Stadt im Weimarer Land wegen Personalmangels nicht verlängern

Die Freibadsaison in Blankenhain endet am 31. August. Archiv-

Die Freibadsaison in Blankenhain endet am 31. August. Archiv-

Foto: Jens Lehnert

Ganz gleich, in welche Temperatur-Regionen sich der Rest-Sommer 2019 noch entwickelt: Die Freibad-Saison in Blankenhain wird mit dem letzten August-Tag definitiv vorüber sein.

Selbst wenn es am 1. September, der ein Sonntag ist, besonders sonnig sein sollte, könnte die Stadt die Saison nicht einmal um diesen einen Tag verlängern. Denn: Der mehrjährige Betreibervertrag fürs Bad, den die Stadt mit der Jenaer Bäder- und Freizeit-Gesellschaft geschlossen hatte, endet mit dem 31. August. Und die Nachbarn aus der Zeiss-Stadt haben nicht den Wunsch, den Vertrag mit der Lindenstadt fortzuschreiben.

Der Rückzug aus Blankenhain sei indes kein böser Wille des Badbetreibers, bestätigte gestern Blankenhains Bürgermeister. „Wir haben im Juli wegen des auslaufenden Vertrages ein Gespräch geführt. Dabei machten die Jenaer deutlich, dass sie sich personell nicht mehr imstande sehen, den Betrieb hier fortzusetzen. Insbesondere im Bäderbetrieb sei der Fachkräftemangel sehr groß“, erläuterte Jens Kramer.

Die Konsequenz für Blankenhain: Die Stadt muss den Betrieb ihres Freibades, den sie aus Kostengründen extern vergeben hatte, ab dem kommenden Jahr wieder selbst übernehmen. Die Personalsuche läuft bereits. Mehrere Stellen sind ausgeschrieben.

So suchen die Blankenhainer einen Fachangestellten für Bäderbetriebe in Vollzeit zunächst für ein Jahr. Bei entsprechender Eignung stehe eine Entfristung in Aussicht. Inklusive der Vor- und Nachbereitung der Saison sei ein etwa halbjähriger Einsatz im Bad selbst vorgesehen. In der anderen Jahreshälfte werde der neue Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin im städtischen Bauhof beschäftigt sein.

Dafür, dass die Stadt bei der Suche nach Fachpersonal erfolgreicher sein könnte als das Jenaer Unternehmen, spreche womöglich die Eingruppierung dieser Stelle nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst. Ebenfalls nach TVöD sollen zwei Kassierer beschäftigt werden, allerdings nur für die Dauer der Badsaison von Anfang Juni bis Ende August 2020 und jeweils 32 Stunden pro Woche.

Die angegebenen Daten in der Ausschreibung lassen darauf schließen, dass die Stadt Blankenhain auch im kommenden Jahr unter den Voraussetzungen des Eigenbetriebes bei der um vier Wochen verkürzten Freibad-Saison bleibt. Diese hatte sie 2016 aus finanziellen Gründen eingeführt, da die Jenaer Bädergesellschaft seinerzeit höhere Betriebskosten kalkuliert hatte.

Das künftige Mitarbeiter-Team im Blankenhainer Waldbad sollen zwei Rettungsschwimmer ergänzen, die die Stadt von Juni bis Ende August 2020 auf Basis von Mini-Jobs beschäftigen will.

Ob der Ruf aus Blankenhain nach Bad-Personal gehört wird, ist noch nicht klar. Erstes Interesse gebe es offenbar, deutete der Bürgermeister an. Vertraglich gebunden sei bislang allerdings noch niemand. Davon, die Stellen zu besetzen, hänge es jedoch ab, ob das Blankenhainer Freibad im nächsten Jahr geöffnet werden kann oder nicht.

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