Bunte Demo für mehr Akzeptanz, Respekt und Vielfalt

Weimar.  Bunt, fröhlich, friedlich und selbstbewusst warb die queere Community am Samstag in Weimar um Akzeptanz, Respekt und Vielfalt.

Am Weimarer Bahnhof startete der Demonstrationszug zum Christopher Street Day Thüringen.

Am Weimarer Bahnhof startete der Demonstrationszug zum Christopher Street Day Thüringen.

Foto: Christiane Weber

Selbst Goethe und Schiller trugen Regenbogenfarben. Auf dem Theaterplatz endete am Samstag der Demonstrationszug zum Christopher Street Day (CSD) in einem Straßenfest mit Infoständen queerer Organisationen und einem bunten Bühnenprogramm.

Rund 1200 Menschen beteiligten sich nach Angaben von CSD-Sprecherin Theresa Ertel am Demonstrationszug vom Bahnhof durch die Innenstadt mit Kundgebungen auf allen vier zentralen Weimarer Plätzen. Damit verzeichneten die Veranstalter mehr als doppelt so viele Teilnehmer wie erwartet. Lebhaft und lautstark, doch friedlich und ohne Zwischenfälle wurde für Akzeptanz, Respekt und Vielfalt geworben.

„Wir treten für eine vielfältige, offene und plurale Gesellschaft ein“, erklärte eine Rednerin. Weimar sei nach Angaben von Theresa Ertel deshalb zum Veranstaltungsort ausgewählt worden, weil die Aids-Hilfe Weimar & Ostthüringen in diesem Jahr ihr 30-jähriges Bestehen feiert. Zudem gehöre Weimar derzeit zu den am wenigsten von der Pandemie betroffenen Gebieten in Thüringen. Während des Zuges und des Festes bestand Maskenpflicht, ansonsten muss die Veranstaltung abgebrochen werden, legte Moderator Daniel Herold, der auf einem der Trucks im Zug mitfuhr, allen ans Herz. Angeführt wurde der lange Demonstrationszug vom Fanfarenzug Gera. Wegen der Corona-Pandemie hatten sich die Veranstalter der CSDs in Erfurt, Gera, Jena und Weimar erstmals auf eine gemeinsame Demo verständigt.

Die queere Community will sichtbarer werden und wirbt um mehr Toleranz, denn noch immer gäbe es nach den Worten von Theresa Ertel Diskriminierungen und Anfeindungen. „Aktionen wie der Regenbogenempfang in der Staatskanzlei und das Hissen der Regenbogenfahne vor dem Landtag freuen uns sehr, denn sie setzen ein starkes Zeichen. Aber wir brauchen Politikerinnen und Politiker als unsere Stimme nicht nur einmal im Jahr, sondern jeden Tag“, verwies die Sprecherin auf die Forderungen des CSD Thüringen Bündnis. Für Thüringen fordert das Bündnis unter anderem die Umsetzung des Landesprogramms für Akzeptanz und Vielfalt, welches 2018 beschlossen wurde. So sollen unter anderem mehr queere Zentren als Anlauf- und Beratungsstellen etabliert werden, um queeren Menschen einen Schutzraum zu bieten. In Bezug auf die Corona-Pandemie sollen die Anlaufstellen für LSBTIQ (die englische Abkürzung steht für Lesbisch, Schwul, Bisexuell, Trans, Inter, Queer) besser bei den Maßnahmen mitgedacht werden. Im Lockdown musste die Arbeit von wichtigen Angeboten der Antidiskriminierungsarbeit sowie Räume zur Selbstvertretung und -ermächtigung geschlossen oder in ihrer Arbeit eingeschränkt werden.