„Café Paul“ öffnet in Gedenkstätte

Weimar.  Menschen mit und ohne Behinderung arbeiten zusammen für Besucher in Buchenwald

Grit Dathe, Leiterin der Beherbergung und des Cafés (vorn Mitte), arbeitet nun mit ihrem Team als Dienstleister der Gedenkstätte Buchenwald.

Grit Dathe, Leiterin der Beherbergung und des Cafés (vorn Mitte), arbeitet nun mit ihrem Team als Dienstleister der Gedenkstätte Buchenwald.

Foto: Lebenshilfe-Werk Weimar/Apolda

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Das Museumscafé der Gedenkstätte Buchenwald öffnet zum 1. Juli als „Café Paul“ seine Pforten. Es bietet saisonale Tagesgerichte, Kaffee, Kuchen und kleine Erfrischungen an. Auch für Radfahrer ist gesorgt. Sie erhalten unter anderem energiereiche Snacks und kostenloses Trinkwasser.

Neu ist nicht nur der Name, sondern auch der Pächter: Bereits am 1. April übernahm das vom Lebenshilfe-Werk neu gegründete Inklusionsunternehmen „Dienstleistungswerk Weimar/Apolda gGmbH“ den Betrieb des Museumscafés und der Internationalen Jugendbegegnungsstätte. Aufgrund der coronabedingten Einschränkungen musste die Eröffnung jedoch verschoben werden. Nun arbeiten hier Menschen mit und ohne Behinderung zusammen. Die Gedenkstätte und das Lebenshilfe-Werk betonten, dass diese besondere Zusammenarbeit einer bewussten Entscheidung entspringt: In den Jahren des Nationalsozialismus wurden nahezu 200.000 Menschen mit körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderungen als lebensunwert bezeichnet und getötet.

„Geschichte lässt sich nicht ungeschehen machen, aber Gegenwart und Zukunft können wir gestalten“, sagte die Vorstandsvorsitzende des Lebenshilfe-Werks Weimar/Apolda, Rola Zimmer, anlässlich der Kooperationsunterzeichnung. Volkhard Knigge, bei Vertragsschluss Direktor der Gedenkstätten-Stiftung, hat die Zusammenarbeit mit auf den Weg gebracht: „Die Präsenz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Inklusionsunternehmens im Café und vor allem in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte ist auch ein Stück lebendiger Bildungsarbeit im Kampf gegen diejenigen, die Menschen mit Behinderungen ihre Rechte absprechen und ihre Teilhabe am Leben absprechen wollen. Die Zusammenarbeit mit dem Dienstleistungswerk Weimar/Apolda soll hier ein für alle sichtbares Zeichen setzen.“

Inklusionsbetriebe beschäftigen bis zu 50 Prozent schwerbehinderte Arbeitnehmer in sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnissen. Zudem erhalten diese Beschäftigten bei Bedarf arbeitsbegleitende sozialpädagogische Betreuung sowie berufliche Weiterbildung.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren