Die Bauhaus-Universität steckt durch Virus in der Zwickmühle

Weimar.  Neuankömmlinge sollen zwei Wochen nicht an die Hochschule kommen. Absagen auch für die Weimarhalle.

Ein Sonderangebot von Desinfektionsmitteln sorgte Montag für Schlangen bei Aldi-Filialen in Weimar, hier im Atrium.

Ein Sonderangebot von Desinfektionsmitteln sorgte Montag für Schlangen bei Aldi-Filialen in Weimar, hier im Atrium.

Foto: Kaspar Fred

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Drei Wochen vor dem Beginn des Sommersemesters ist die Anspannung an der Bauhaus-Universität größer als sonst zu diesem Zeitpunkt. Die Ausbreitung des Corona-Virus zwingt auch die Hochschule zur Reaktion. „Wir müssen Mitarbeitern und Studierenden Ängste nehmen und trotzdem alle nötigen Vorsichtsmaßnahmen ergreifen“, umschreibt Präsident Prof. Dr. Winfried Speitkamp die Zwickmühle.

Eine erste sichtbare Konsequenz war das Verschieben des Hochschul-Informationstages. „Vor allem, weil wir vorher nicht wissen, woher und in welcher Zahl die Besucher kommen, mussten wir so entscheiden“, so der Präsident. Dazu gehörte auch, dass eine Notbesetzung am Sonnabend jene Besucher auffing, bei denen die Absage nicht angekommen war.

Mindestens ebenso schmerzhaft ist die vorläufige Absage der Deutsch-Intensivkurse für Neuankömmlinge aus dem Ausland. Statt intensiver persönlicher Betreuung werden diese ausländischen Studenten mit der Botschaft empfangen: „Reisen Sie bitte nicht an“ oder „Kommen Sie bitte für zwei Wochen nicht an die Universität“. Mit Online-Kommunikation und Online-Sprachkursen versuche man zunächst ein Notprogramm. Gerade für Erasmus-Studenten im Alter von 19 oder 20 Jahren ist das eine schwierige Situation.

Zuhause bleiben sollen Mitarbeiter oder Studenten der Uni, die in einem Corona-Risikogebiet waren. Wo Home-Office möglich sei, werde man es nutzen. „Wir können und wollen das Uni-Gelände nicht sperren“, sagt Winfried Speitkamp. Gecancelt wurden allerdings Dienst- und Studienreisen in Risikogebiete. Über die Hörsaalnutzung wird entschieden, wenn der Semesterbeginn konkret ansteht. Allein eine große Immatrikulationsfeier muss niemand absagen, weil diese zum Sommersemester ohnehin nicht geplant war.

Bei der Weimar GmbH sind erste Stornierungen eingegangen. So wurde am Montag das ab Mittwoch geplante Jahrestreffen der deutschen Katalytiker abgesagt. Der jährlich in Weimar anberaumte Kongress war mit 500 zum Teil internationalen Teilnehmern geplant.

Für den ersten Fachkongress der Landesförderinstitute, der nächste Woche stattfinden sollte, sucht der Veranstalter einen neuen Termin im Herbst in der Weimarhalle. Weitere Stornierungen bzw. Verlegungen von Tagungen oder Konzerten waren bis Montag nicht bekannt. Über Änderungen werde umgehend auf www.weimarhalle.de informiert, teilte die Weimar GmbH mit. „Wir verweisen bei Nachfragen von Veranstaltern direkt an das Gesundheitsamt“, erläutert Ulrike Köppel, Geschäftsführerin der Weimar GmbH.

Das Kongresszentrum hat, je nach Bestuhlung, eine Kapazität von bis zu 1200 Teilnehmern. Ein Großteil der Veranstaltungen bleibt jedoch unter der Zahl von tausend, für die der Bundesgesundheitsminister Absagen empfohlen hatte. Eine behördliche Anordnung des Gesundheitsamtes Weimar für Absagen gibt es derzeit nicht. In der Stadt und im Landkreis war bis Montag keine Corona-Infektion oder Erkrankung bekannt geworden.

In der Tourist-Information Weimar nehmen Absagen von Reiseveranstaltern zu: Betroffen waren zuletzt 20 gebuchte Gruppen-Stadtführungen. Zunächst gab es Absagen von französischen Veranstaltern, später waren es auch deutsche. Zimmer wurden vor allem im Zusammenhang mit Tagungen oder z. B. auch wegen des verschobenen Hochschul-Informationstages storniert. Weimarer Hotels berichten laut Weimar GmbH auch von Absagen ausländischer Reisegruppen.

Entspannt sei dagegen die Situation am Wochenende gewesen: Allein am Samstag gab es fünf öffentliche Stadtführungsgruppen. Die Teilnehmerzahl sei ein Indikator für das Besucheraufkommen in der Stadt. Für ein Wochenende Anfang März, sei das recht hoch gewesen.

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