Erste Workshops in Weimars Schwungfabrik schon vor der Eröffnung

Weimar  Neues Zentrum für junge Leute geht nach einer Bauzeit von neun Monaten am Samstag offiziell an den Start

In der Milchhofstraße eröffnet am 17. August die Schwungfabrik. Auf dem Bild zeigen aktuelle Workshop-Teilnehmerinnen auf das neue Namensschild an der Halle.

In der Milchhofstraße eröffnet am 17. August die Schwungfabrik. Auf dem Bild zeigen aktuelle Workshop-Teilnehmerinnen auf das neue Namensschild an der Halle.

Foto: Susanne Seide

Schon am ersten Tag der Workshop-Woche beweist die Schwungfabrik, dass Weimars neues Zentrum für junge Leute seinen Namen zu Recht trägt. In der rund 1000 Quadratmeter großen ehemaligen Industriehalle der früheren Wägetechnik an der Milchhofstraße herrschte Dienstag ein kreatives Neben- und Miteinander, wie es Alltag in dem Projekt des Vereins WE-Dance sein soll. Am Samstag wird es eröffnet,

Mit seinem Konzept konnte der Verein andere Träger der sozio-kulturellen Jugendarbeit mit ins Boot holen, und sie gründeten einen Trägerverein. Ihm steht die Luftartistin Christina Große als Vorstandsvorsitzende vor. Beteiligt sind neben dem Tanzprojekt das junge Theater Stellwerk aus dem Hauptbahnhof, der Kinder- und Jugendzirkus Tasifan, das Sport-Projekt im Wimaria-Stadion, Katja Weber mit dem Action-Painting-Projekt „Bunte Brücke“ sowie der Holzgestalter Jochen Weinreiter aus Volkmannsdorf (Saale-Orla-Kreis). Während die Vereine die Schwungfabrik vor allem für Proben und Workshops nutzen sowie der Zirkus Tasifan zudem ein altes Heizhaus als Werkstatt, richtet sich Jochen Weinreiter dort seine neue Werkstatt ein. Dort entsteht vor allem kreatives Holzspielzeug.

Innerhalb von neun Monaten entstanden in dem Gebäude, das mit alten Kraneinbauten und Schaltkästen seinen Industrie-Charme behalten hat, eine 300 Quadratmeter große Halle für WE-Dance und Veranstaltungen, drei Hallen mit jeweils 120 Quadratmetern für Tasifan, Stellwerk und Sportprojekt sowie zwei 60 Quadratmeter große Räume für die Action Painter und den Holzgestalter. Hinzu kommen unter anderem Umkleide- und Sanitärbereiche, eine Küche und ein Partyraum. Beteiligt an der Aufgabe waren 21 Gewerke und 13 weitere Zulieferer, weiß der Initiator des Projektes, Michael Curtius.

Wichtig ist ihm, dass mit der Idee niemandem etwas weggenommen, sondern die Raumprobleme der Beteiligten endlich gelöst wurden und Platz für neue Angebote für Jugendliche entstanden ist: WE-Dance tingelte ohne Sitz durch Mon Ami und Turnhallen. Das Stellwerk muss seine ausgelagerten Probenräume im Stadthaus am Markt verlassen, weil dieses saniert wird. Das Sportprojekt der Stiftung Villa Haarkann nicht im Stadion bleiben, weil sein Domizil große Statik-Probleme hat. Im Stadion bleibt nur das Volleyballangebot. Tasifan ist ebenfalls an vielen Standorten unterwegs. Der Kinderzirkus hat nun in der Schwungfabrik fest eingebaute Geräte und lagert aus seiner Erfurter Großwerkstatt den Holz- und Kulissenbau aus.

Wichtig ist dem Trägerverein, dass das Gelände ab Montag öffentlich ist, damit Jugendliche hier entdecken, was ihnen Spaß macht. Dafür bekommt die Schwungfabrik nicht einen Cent zusätzlich von der Stadt.

Michael Curtius erklärt seinen Antrieb so: „Es ist unglaublich wichtig, Geborgenheit zu schenken und dadurch Kraft für Kreativität zu erzeugen.“ Er sieht das Miteinander zudem als eine demokratische Früherfahrung für die jungen Leute.

Schon die Workshop-Woche zeigt: Das Angebot über den „Talente-Campus plus“ der Volkshochschule hat 60 junge Leute aus allen Stadtteilen angelockt, die tanzen, jonglieren, Theater spielen, zeichnen und Sport treiben. Zur Eröffnung präsentieren sie ihre Ergebnisse. Danach steigt eine Party.

Samstag, 17. August, 17 Uhr, Milchhofstraße

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