Gedenken an Euthanasie-Opfer im Weimarer Land

Lebenshilfe Weimar/ Apolda weicht in ihrem Projekt „1000 Buchen“ erstmals von der Route ab

Eine Esche auf dem Lebenshilfe-Gelände erinnert seit dieser Woche an die Euthanasie-Opfer der Nazizeit.

Eine Esche auf dem Lebenshilfe-Gelände erinnert seit dieser Woche an die Euthanasie-Opfer der Nazizeit.

Foto: Franziska Jung

Egendorf. Bei der 58. Pflanzaktion des Projektes „1000 Buchen“ wich das Lebenshilfe-Werk Weimar/Apolda erstmals von der Route ab: Der 123. Baum, eine Esche, wächst auf dem Gelände des Wohn- und Werkstattobjektes der Lebenshilfe in Egendorf.

Damit verließen die Organisatoren um Projektleiterin Martina Heller den Weg des Todesmarsches von 1945 vom KZ Buchenwald zum KZ Flossenbürg in Bayern.

Sie wollten damit ein Zeichen für den bewussten Umgang mit der Vergangenheit des Egendorfer Hauses setzen. Das nämlich diente in der Nazizeit als Ausbildungsstätte für Mediziner in Euthanasie-Praktiken.

Heute ist es ein Zuhause und ein Arbeitsort für Menschen mit Behinderungen. Diese wollen mit der Esche nunmehr ein Zeichen für Gleichberechtigung und Würde aller Menschen setzen und den Opfern dieser schrecklichen Morde gedenken. Diese sind Thema einer Ausstellung, die noch bis Sonntag, 20. September, im Mon Ami Weimar zu sehen ist. red