Geschichtsträchtiges Jahr für die Kromsdorfer Feuerwehr

Kromsdorf.  Kromsdorfer Feuerwehr rückte 2019 zu so vielen Einsätzen wie noch nie aus und ist mit den neuen Strukturen in der Landgemeinde nicht zufrieden.

Sebastian Füssel (r.) wurde am Samstag von Ortsbrandmeister Karsten Schulz zum Oberfeuerwehrmann befördert.

Sebastian Füssel (r.) wurde am Samstag von Ortsbrandmeister Karsten Schulz zum Oberfeuerwehrmann befördert.

Foto: Michael Grübner

Ein in vielfacher Hinsicht denkwürdiges Jahr ließ die Freiwillige Feuerwehr Kromsdorf/Denstedt am Samstagabend in ihrer Jahreshauptversammlung Revue passieren. Die Eingliederung in die Strukturen der Landgemeinde Ilmtal-Weinstraße, eine Rekord-Zahl an Einsätzen, eine Serie kleiner Brandstiftungen – und vor allem der große Feldbrand Ende Juli, der auf einige Häuser in Kromsdorf-Nord überzugreifen drohte. „Eine so riesige Feuerkatastrophe gab es in Kromsdorf noch nie, das steht in einer Reihe mit den großen Überschwemmungen“, betonte Wehrführer Jörg Hülgenhof. Vier Mitglieder der Wehr waren als Erste vor Ort, später stieß fast die gesamte Einsatzabteilung mit dazu.

Aufregung herrschte zudem um eine Serie von Brandstiftungen: Binnen zwei Monaten waren ein Müllbehälter, ein Papiercontainer, ein Buschbrand am alten Heizhaus und Feuer an einem Tier-Unterstand zu löschen. Erst als die Kromsdorfer Wehr danach an die Öffentlichkeit ging und die Bevölkerung um Aufmerksamkeit sowie Hilfe bat, endete diese Serie.

Während der Feldbrand und das Zündeln jeweils ein glimpfliches Ende nahmen, wird die Integration der Kromsdorfer Wehr in den Verbund der Ilmtal-Weinstraße wohl noch eine Weile dauern. „Wenn die Gemeinde bei der Ausrüstung spart und bei einem preiswerteren Hersteller bestellt, und es gehen zum Beispiel Uniformen kaputt, dann schlägt das auf die Motivation der Kameraden“, so Hülgenhof. Für die langen Liefer- und damit Wartezeiten bei Bestellungen könne die Gemeinde zwar nichts, aber die Kommunikation der Gemeinde zur Wehr sei dringend verbesserungsbedürftig. Die amtierende Bürgermeisterin Anita Diener kündigte allerdings auch am Samstag in Kromsdorf Besserung an.

Hülgenhof und seine Mitstreiter vermissen gemeinsame Übungen und diverse Konzepte, etwa eine Ausrückeordnung oder eines für Atemschutz-Notfälle. Die Forderung nach einem hauptamtlichen Ortsbrandmeister und Gerätewart, idealerweise in einer Person, wurde am Samstag noch einmal laut.

Personell geht es in Kromsdorf und Denstedt aufwärts: Die Einsatzabteilung wuchs 2019 um sechs auf jetzt 21 Mitglieder, die Jugendfeuerwehr verdoppelte ihre Zahl von fünf auf zehn. Sebastian Füssel erklärte sich bereit, die Aufgabe als Sicherheitsbeauftragter zu übernehmen, Mario Möller ist ein Kandidat für die Aufgabe als Gerätewart. Durch die finanzielle Unterstützung diverser Sponsoren konnte die Wehr unter anderem zwei Zelte sowie Schuhe für die Jugend und einen neuen Bodenbelag für das Gerätehaus kaufen.

Wie immer bot die Jahreshauptversammlung auch den Anlass für Beförderungen und Auszeichnungen. Nancy Ohler, Michelle Spöck und Michelle Ohler wurden zu Anwärterinnen ernannt, Frank Arnold und Mario Möller zu Feuerwehrleuten, Sebastian Füssel zum Oberfeuerwehrmann, Jörg Hülgenhof zum Brandmeister. Er bekam auch das Silberne Brandschutzabzeichen am Bande für 25 Jahre im aktiven Dienst, Marcus Zimmermann erhielt Bronze für zehn Jahre.