Glatt-Technologie verarbeitet Klärschlamm rückstandsfrei

Weimar.  Der Weimarer Anlagenbauer hat mit der Firma Seraplant seine Technologie bis zur Produktionsreife gebracht.

Die Computerskizze zeigt die Glatt-Anlage zur Phosphorrückgewinnung aus Klärschlamm.

Die Computerskizze zeigt die Glatt-Anlage zur Phosphorrückgewinnung aus Klärschlamm.

Foto: Glatt Ingenieurtechnik Weimar

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Eine innovative Technologie des Weimarer Anlagenbauers Glatt Ingenieurtechnik GmbH steht in Haldensleben vor der Praxisanwendung. Die Firma Seraplant GmbH feierte dort jetzt Richtfest für eine in Deutschland bislang einmalige Produktionsanlage. Aus Klärschlammasche wird sie phosphathaltige Einzel- und Mehrnährstoffdünger für die Land- und Forstwirtschaft herstellen – rückstandsfrei, als handelsübliche, der Düngemittelverordnung entsprechende Standarddünger.

Die Weimarer Technologieexperten von Glatt wurden durch Seraplant auch mit der Planung und Umsetzung der kompletten Anlagentechnik beauftragt – von der Rohstoffanlieferung bis zum Fertigdünger. Die Wirbelschichtgranulation der Firma Glatt ist auch bei diesem Vorhaben die Schlüsseltechnologie.

Die Seraplant GmbH investiert in Haldensleben mit Unterstützung des Landes Sachsen-Anhalt 20 Millionen Euro in die Produktionsstätte und wird über 20 neue Arbeitsplätze schaffen. Das Vorhaben wird mit knapp fünf Millionen Euro gefördert. Produktionsstart soll im vierten Quartal 2020 sein. Die Anlage ist für eine Jahresproduktion von 60.000 Tonnen Phosphatdünger ausgelegt. Endkunden sind Agrarbetriebe der konventionellen und ökologischen Landwirtschaft, Agrar- und Gartenbaugroßhandel sowie die Düngemittelindustrie.

Während des Prozesses entstehen keinerlei gefährliche Zwischenprodukte, Rückstände oder Abgase, versichert Glatt. Der gesamte Prozess sei abfallfrei. Das Projekt liefere damit einen wesentlichen Beitrag zu einem nachhaltigen und ressourcenschonenden Umgang mit dem lebensnotwendigen Wertstoff Phosphor. Denn Deutschland besitze keine natürlichen Phosphorvorkommen. Statt den begehrten Nährstoff zu importieren, werden durch die Anlagentechnik einheimische Phosphorquellen nun wieder verfügbar gemacht.

In naher Zukunft macht der Gesetzgeber die Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlämmen zur Pflicht. Den Betreibern großer Kläranlagen bieten sich damit Alternativen, durch die diese Vorgaben bereits heute möglich sind. Die Glatt Ingenieurtechnik GmbH und Seraplant wollen langfristig weitere Projekte zur Phosphor-Rückgewinnung entwickeln, heißt es in einer Mitteilung.

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