Grammetal: Neuer Chef der Gemeindearbeiter

Der Straßenbaumeister Martin Krämer leitet seit Jahresbeginn den Bauhof

Aus seinem Büro in der Bauhof-Halle in Utzberg koordiniert Martin Krämer die Gemeindearbeiter im Grammetal.

Aus seinem Büro in der Bauhof-Halle in Utzberg koordiniert Martin Krämer die Gemeindearbeiter im Grammetal.

Foto: Michael Grübner

Utzberg. Den schwierigsten Teil seiner neuen Aufgabe hat Martin Krämer knapp zwei Wochen nach Dienstantritt schon erkannt: „Jedes Dorf hat seine Vorstellungen, und es ist nicht einfach, allen gerecht zu werden.“ Der 32-jährige Straßenbaumeister und Familienvater aus Isseroda leitet seit Jahresbeginn den Bauhof der Landgemeinde Grammetal. Damit ist er verantwortlich für ein Team von sechs Vollzeit-Gemeindearbeitern und einigen Teilzeitkräften sowie einen Technik-Park mit fünf Multicars und zwei Traktoren.

Die meiste Zeit verbringt Krämer am Laptop im Obergeschoss der zentralen Bauhof-Halle im Utzberger Gewerbegebiet. An den hohen Anteil von Büro-Arbeit muss er sich erst gewöhnen: Seine berufliche Vergangenheit spielte sich überwiegend im Freien ab. Martin Krämer ist gelernter Baugeräteführer, arbeitete seit 2013 in einer Straßenmeisterei, besuchte die Meisterschule in Großräschen bei Cottbus, schloss sie ab und wechselte Ende 2017 zur Autobahnmeisterei Erfurt. Er kennt also von der kleinen Kreisstraße bis zur sechsspurigen Verkehrsader alle Pisten-Arten.

In der Heimatgemeinde etwas bewegen

Als er die Ausschreibung für die Stelle des Bauhof-Leiters im Grammetal las, reizte ihn daran vor allem die Chance, hier „nach der Neugliederung etwas von der Pike an neu aufzubauen“, sagt Krämer. „Da kann ich in meiner Heimatgemeinde etwas bewegen.“ Die Voraussetzungen seien gut: zentraler Standort, solide technische Ausstattung und ein funktionierendes Team. Zurzeit stehen die Männer jeden Morgen pünktlich 5 Uhr auf der Matte, um auszurücken und in acht Ortschaften der Landgemeinde den Winterdienst zu erledigen – die anderen Dörfer haben noch aus der Zeit vor dem Zusammenschluss Verträge mit externen Firmen.

Dass diesem Job auch ein wenig politische Brisanz anhaftet, war Martin Krämer bewusst: Der Nohraer Andreas Schiller hatte nach Bildung der Landgemeinde den Bauhof als Koordinator vorübergehend geleitet. Schiller hatte die Wahl zum hauptamtlichen Bürgermeister der Landgemeinde gegen den Hopfgartener Roland Bodechtel ganz knapp verloren und sich später für die reguläre Bauhof-Leitung mit beworben. Das ist allerdings für alle Seiten längst Schnee von gestern: Krämer konzentriert sich ausschließlich auf seine neue Aufgabe, und Andreas Schiller trat zu Jahresbeginn seinen neuen Job als Stadtplaner in der Bauverwaltung von Neustadt/Orla an.