Große Kliniken in Weimar und Bad Berka intensivieren Vorbereitungen für Corona-Patienten

Weimar.  Das Weimarer Sophien- und Hufeland-Klinikum fährt Belegung der Betten auf 50 Prozent herunter. Von der Notaufnahme isolierte Spezial-Ambulanz eingerichtet.

Das Sophien-und Hufeland-Klinikum Weimar hat vor dem Notfallzentrum ein Zelt aufgestellt, das als "Fieberambulanz" dient. Dort standen am Montag unter anderem die Pfleger Steve und Karsten (von links) bereit, um Patienten auf Corona-Symptome zu testen. 

Das Sophien-und Hufeland-Klinikum Weimar hat vor dem Notfallzentrum ein Zelt aufgestellt, das als "Fieberambulanz" dient. Dort standen am Montag unter anderem die Pfleger Steve und Karsten (von links) bereit, um Patienten auf Corona-Symptome zu testen. 

Foto: Sandra Hellmuth

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Das Weimarer Sophien- und Hufeland-Klinikum und die Zentralklinik Bad Berka intensivieren ihre Vorbereitungen zur Behandlung möglicher Patienten mit schweren Verläufen der Corona-Erkrankung. Alle aktuellen Infos im kostenlosen Corona-Liveblog

In Weimar wurde die Belegung des 600-Betten-Hauses von üblichen 85 auf 50 Prozent heruntergefahren, sagte Klinik-Geschäftsführer Tomas Kallenbach. Zwei Stationen stehen für die Behandlung bereit. Sie wurden und werden auch noch weiter mit zusätzlichen Beatmungsgeräten ausgestattet. Zudem wurden Covid-Teams vorrangig mit Internisten und den entsprechenden Pflegekräften gebildet.

Besuchsregelungen verschärft - „Fieberambulanz“ in Betrieb

Verschärft wurden zum Schutz von Mitarbeitern und Patienten die Besuchsregelungen: Hinter den verschlossenen Türen der Klinik ist nur noch ein Besucher pro Tag in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin erlaubt. Eine Begleitung ist bei Geburten möglich, weitere Besuche nur in Ausnahmefällen, so Tomas Kallenbach.

Als weitere Schutzmaßnahme steht seit der Vorwoche vor dem Notfallbereich eine „Fieberambulanz“: Im Zelt werden Menschen in Empfang genommen, die von sich annehmen, dass sie wegen Corona stationär aufgenommen werden müssen. Tomas Kallenbach machte aber deutlich, dass bei einem Verdacht uneingeschränkt die Regelung gelte, dass sich Betroffene zuerst an die Hotline der Stadt oder den kassenärztlichen Notdienst wenden sollen.

Spezial-Ambulanz auch in Bad Berka

An der Zentralklinik entstand ebenso eine Spezial-Ambulanz sowie eine spezielle Station, erklärte Geschäftsführer Robert Koch. Auch dort gelte: Die Ambulanz sei nur für kranke Patienten da, die wahrscheinlich stationär aufgenommen werden müssen. Anderenfalls würden dort keine Tests stattfinden. Die Ambulanz entstand im Funktionsgebäude und sei räumlich von anderen Patienten der Notaufnahme isoliert. In dem Gebäude werde auch die Spezial-Station eingerichtet und daher ebenso vom normalen Klinikbetrieb abgeschottet. Vorsorglich wurden Operationen, die geplant waren, die aber keinem Zeitdruck unterliegen, zurückgestellt.

Kritik aus dem eigenen Haus an den Schutzmaßnahmen für das Personal weist die Geschäftsleitung in Bad Berka entschieden zurück. Ein Mitarbeiter hatte unserer Zeitung unter anderem berichtet, es gebe nicht genügend Schutzausrüstung, Masken müssten unter Umständen mehrfach benutzt werden, Schutzbrillen seien nicht für Brillenträger geeignet. Robert Koch und der Ärztliche Direktor Professor Waheed Karzai bezeichneten die Behauptungen als unzutreffend. Sowohl seien entsprechende Bestände an Schutzausrüstung vorhanden als auch Schutzbrillen für Brillenträger. Zum Vorwurf, die Mitarbeiter seien auch nicht ausreichend geschult, erklärten die Klinikchefs: Alle würden sowohl über interne Mitteilungen tagesaktuell informiert als auch über Schulungen von hygienebeauftragten Pflegekräften oder Ärzten unterwiesen.

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