Hotel-Idee ist zurück an der Ilm

Bad Berka.  Bad Berka hat Bürgervorschläge zur künftigen Nutzung des „Ilmparadieses“ an der Trebestraße ausgewertet

Bürgermeister Michael Jahn hofft auf eine baldige Entscheidung des Stadtrates zur Zukunft des „Ilmparadieses“.

Bürgermeister Michael Jahn hofft auf eine baldige Entscheidung des Stadtrates zur Zukunft des „Ilmparadieses“.

Foto: Jens Lehnert

Eine naturnah gestaltete Ilm-Erlebniswelt, die viel Grün, eine Uferpromenade, Spiel-, Erholungs- und Wellnessmöglichkeiten sowie Optionen fürs Gastgewerbe bietet, wünschen sich die Bad Berkaer auf dem Gelände des einstigen „Ilmparadieses“ an der Trebestraße. Die Stadt, die das seit Jahren brach liegende Grundstück im Frühjahr vom Landkreis erwarb, hatte die Bürger und Institutionen im Sommer dazu aufgerufen, sich an einer Ideenbörse für die künftige Nutzung zu beteiligen. 19 Vorschläge gingen hierbei ein.

„Wir haben zwar mit mehr Beteiligung gerechnet. Aber bezeichnend ist, dass die Ideen alle in eine ähnliche Richtung gehen“, sagte Jutta Almeroth vom städtischen Bauamt. Eine Bootsanlegestelle, ein Wasser- und ein Abenteuerspielplatz, ein Grillplatz, ein Minigolf-Parcours, ein Kräutergarten, eine Streuobstwiese, eine Eisstockbahn für den Winter und selbst ein kleines Gradierwerk finden sich ebenso in den Einreichungen wie eine Gaststätte, ein Biergarten, Ferienhäuser, ein Hotel und ein Caravan-Stellplatz. Auch ein potenzieller Investor aus der Region habe sich an der Ideenrunde beteiligt, dessen Beitrag beinahe alle der Bürgerwünsche in einem kommerziellen und einem öffentlichen Teil vereint.

In einer gemeinsamen Sitzung sichteten der städtische Bauausschuss sowie der Ausschuss für Soziales, Ordnung und Kurortentwicklung bereits im September die Vorschläge. Allerdings gaben die Gremien noch keine konkrete Empfehlung ab. Erst wolle man sich nochmals in den Fraktionen beraten. Für den 7. Dezember ist die nächste gemeinsame Ausschusssitzung anberaumt.

Bürgermeister Michael Jahn (CDU) hofft, dass sich der Stadtrat möglichst zeitnah im kommenden Jahr auf eine Richtung in dieser Sache festlegt. Prinzipiell stünden drei Vorgehensweisen zur Wahl: Man könne die Gestaltung und die Nutzung des Geländes komplett an einen Investoren abgeben, das gesamte Areal in städtischer Nutzung behalten oder aber einen Teil im Sinne der Stadtentwicklung vermarkten und einen anderen für die Öffentlichkeit gestalten.

Letztere Variante favorisiert der Bürgermeister. „Ich bin Haushälter und will solch ein Vorhaben auch finanziert haben“, so Jahn. Deshalb hält er an der Idee fest, den oberen Teil des Geländes bebauen zu lassen und zur Ilm hin ein öffentliches Terrain zu gestalten. Um auszuloten, was in Anbetracht des Überschwemmungsgebietes der Ilm überhaupt möglich ist, habe die Stadt bereits eine Bauvoranfrage an die Bauaufsicht gestellt. Demnach sei entlang der Trebestraße eine maximal zweigeschossige, etwa 20 Meter aufs Grundstück reichende Bebauung denkbar.

Gegenüber seinen anfänglichen Vorstellungen schließt Jahn eine Wohnbebauung dort jedoch inzwischen aus. Wichtiger für die Stadt und deren Entwicklung als Kurort sei es, an der Ilm zertifiziertes Beherbergungswesen, womöglich auch Gastronomie und gesundheitsfördernde Dienstleistungen anzusiedeln. Wer wofür den Zuschlag erhält, habe der Stadtrat im Ergebnis einer offiziellen Ausschreibung zu entscheiden.

Vor dieser Kür wartet jedoch die Pflicht – und das nun länger als zunächst veranschlagt. Ursprünglich wollte die Stadt bereits in diesem Jahr damit beginnen, die alte ruinöse Bausubstanz des „Ilmparadieses“ abreißen zu lassen. Voraussichtlich 240.000 Euro wird dies kosten. Hierfür seien in diesem Jahr jedoch keine Fördermittel mehr zu bekommen gewesen. Die nächste Chance, den Landeszuschuss von bis zu 60 Prozent zu beantragen, habe die Stadt Ende März nächsten Jahres.