In Legefeld stellen Stufen keine Barriere mehr dar

Legefeld  Im Weimarer Ortsteil Legefeld wird vor dem Bau einer Rampe ein Treppensteiger übergeben.

Reha-Techniker Reiko Schütz übergibt  am Legefelder Vereinshaus einen Treppensteiger. Dabei wies er unter anderem Ortsteilbürgermeisterin Petra Seidel und Philipp Matzke vom Amt für Technische Gebäudewirtschaft in die Handhabung ein.

Reha-Techniker Reiko Schütz übergibt  am Legefelder Vereinshaus einen Treppensteiger. Dabei wies er unter anderem Ortsteilbürgermeisterin Petra Seidel und Philipp Matzke vom Amt für Technische Gebäudewirtschaft in die Handhabung ein.

Foto: Susanne Seide

Mehr Besucher als bisher werden dabei sein können, wenn sich nach dem Lockdown das Legefelder Vereinshaus wieder für die monatlichen Senioren-Cafés oder Treffen der Selbsthilfegruppe öffnen darf. Dort ging am Dienstag ein nagelneuer Treppensteiger in Betrieb. Damit können Menschen, für die die Stufen vor dem Haupteingang eine unüberwindbare Barriere darstellen, diese mit der Technik und einem Helfer meistern.

Die Treppensteighilfe, wie sie offiziell heißt, hat übergangsweise quasi ihre Basisstation im Vereinshaus gefunden. Angeschafft von der Stadt, kann diese das Gerät aber auch für Veranstaltungen an anderen Orten in Weimar ausborgen. Und übergangsweise deshalb, weil eigentlich eine fest installierte Rampe am Vereinshaus entstehen soll. Da die Kosten von geschätzt 20.000 Euro die Weimarer Haushaltsmöglichkeiten derzeit übersteigen, brachte Ortsteilbürgermeisterin Petra Seidel das Gespräch mit der Stadt auf die Anschaffung eines Treppensteigers – und fand offene Ohren dafür.

Philipp Matzke vom Amt für Technische Gebäudewirtschaft übernahm das Modell Scalacombi des Herstellers Alber offiziell vom Reha-Techniker Reiko Schütz von der Firma Hochheim. Er wies zudem gleich ihn, Petra Seidel, ihren Mann Werner Seidel sowie Helga Fehrmann, die häufig bei den Senioren-Cafés dabei ist und im Hintergrund hilft, in die Handhabung ein. Vor Ort sah sich zudem Deborah Poller vom Pflegedienst des Trägerwerks Soziale Dienste, der im Vereinshaus seinen Sitz hat, interessiert das Hilfsmittel an.

Bis zu 140 Kilogramm schwere Menschen bringt es mit einer ausgeklügelten Technik sicher ans Ziel. Während die Stadt für den Treppensteiger rund 6000 Euro investieren musste, gibt es ihn für Privatleute auf Rezept, erläuterte Reiko Schütz. Ursprünglich baute der Hersteller ähnliche Geräte als Erleichterung für Möbelpacker beim Hantieren etwa mit Waschmaschinen, fügte er hinzu. Das in Legefeld übergebene Modell sei heutzutage etwa in Mehrfamilienhäusern gefragt, in denen Dialyse-Patienten die Treppen nicht bewältigen können.

„Ich freue mich jedenfalls jetzt schon wieder auf das erste Senioren-Café, wo ich meinen Senioren dann auch gleich dieses Hilfsmittel präsentieren kann und nicht mehr auch Rollstuhlfahrer ausgrenzen muss, weil ich sie durch die Treppenaufgänge gar nicht ins Vereinshaus hinein bekomme“, betonte die Orteilbürgermeisterin Petra Seidel.