In Gaststätten und Hotels gilt Pflicht zu Mund-Nase-Maske

Weimar.  Stadt will mehr Sicherheit bei Begegnungen außerhalb von Tisch und Zimmer schaffen

Auch das "stattHotel" an der Ecke von Amalienstraße und Breitscheidstraße kann am 15. Mai wieder öffnen.  

Auch das "stattHotel" an der Ecke von Amalienstraße und Breitscheidstraße kann am 15. Mai wieder öffnen.  

Foto: Michael Baar

Wie soll der Neustart in Weimars Hotellerie und Gastronomie erfolgen? Auf Grundlage der neuen Landesverordnung haben sich am Mittwoch die Stadt Weimar und der Fremdenverkehrsverein über Details verständigt.

Das Land hatte die Öffnung ab 15. Mai erlaubt, sofern die Betreiber ein Hygiene-, Abstands- und Infektionsschutzkonzept haben. Zudem wurde in einer Branchenregelung unter anderem vorgegeben, dass die Gäste über die geltenden Regeln „wirkungsvoll“ informiert werden.

In dem ausführlichen Gespräch zwischen Oberbürgermeister Peter Kleine, Bürgermeister Ralf Kirsten, Amtsärztin Isabelle Oberbeck und dem Vereinsvorsitzenden Stefan Seiler ergänzte die Stadt die Landesregelungen sowie die Handlungsempfehlungen des Dehoga Thüringen: Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist demnach beim Betreten des Hotels oder Restaurants sowie in dessen öffentlichen Bereichen verpflichtend. Das gelte dann nicht mehr, wenn die Gäste am Tisch Platz genommen haben oder in ihrem Zimmer sind, teilte die Weimar GmbH mit. Die Weimarer Allgemeinverfügung vom 7. Mai werde entsprechend angepasst, bestätigte die Stadt auf Anfrage unserer Zeitung.

Begründet wurde das damit, dass die Mund-Nase-Abdeckung in Weimar auch in anderen öffentlichen Bereichen in Innenräumen gilt. Damit sollen Infektionsgefahren gemindert werden, die etwa bei einer ungewollten Begegnung von Gästen und Mitarbeitern in schmalen Durchgängen bestehen. Die Mund-Nase-Bedeckung für das Personal ist allerdings an Tresen wie am Empfang nicht notwendig, wenn ein Plexischutz angebracht ist. Ebenso in Küchen, wenn die Arbeitsplätze einen Abstand von mindestens 1,5 Metern haben, erläuterte Stefan Seiler, Direktor des Dorint Hotels am Goethepark. Das Haus war die ganze Zeit über für nicht-touristische Zwecke geöffnet.

Durch die Landesregelung seien indes derzeit Selbstbedienungsbuffets in der bisherigen Form nicht möglich. Schließlich würde das Besteck zum Auflegen der Speisen durch alle Hände gehen, erläuterte Stefan Seiler. Erfahrungen müssten vor allem mit dem Frühstück gesammelt werden. „Wenn wir allen Gästen dasselbe am Tisch servieren und nachher die Hälfte wegwerfen müssen, ist das nicht im Sinne von einem verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln.“

Die Festlegungen mit der Stadt Weimar begrüßte der Vorsitzende des Fremdenverkehrsvereins als pragmatisch. Er hoffe nun sehr, dass seine Kolleginnen und Kollegen verantwortungsbewusst mit den Auflagen umgehen. „Uns allen muss klar sein: Sollte es einen sprunghaften Anstieg von Erkrankungen wie in anderen Landkreisen geben, dann kommen für lange Zeit keine Gäste mehr.“

Ab Freitag wollen die meisten großen Innenstadt-Hotels wieder Gäste empfangen. Der Elephant plant dies ab 20. Mai. Stefan Seiler rechnet damit, dass dieses Wochenende in den Häusern eher verhalten laufe. Doch zu Himmelfahrt müsse alles funktionieren. Schließlich gibt es die Hoffnung, dass Gäste nach der ausgefallenen Oster-Reise zu Pfingsten nach Weimar kommen. Das Interesse sei da.

Die Weimar GmbH will mit der Öffnung der Tourist-Information am Markt ab Freitag ebenfalls wieder ein Stück Normalität leben – natürlich mit den entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen. „Wir wollen erreichen, dass sich unsere Besucher bei gewohntem Service hier wohlfühlen und für die verdiente Abwechslung nach den letzten Wochen sorgen.“