Kinderbecken in Weimarer Freibad verschluckt Spielzeug

Weimar  Weimars saniertes Schwanseebad empfing bisher schon so viele Besucher wie früher in einer kompletten Saison

Andreas Zündel, Sportstättenleiter der Stadtwirtschaft, zog eine erste Teilbilanz im Schwanseebad.

Andreas Zündel, Sportstättenleiter der Stadtwirtschaft, zog eine erste Teilbilanz im Schwanseebad.

Foto: Jens Lehnert

Der Hochsommer pausiert gerade. Und Weimar ist auf dem Weg in die Ferien. Beides hat zur Folge, dass der große Ansturm auf das sanierte Schwanseebad vorerst vorüber ist. Am kühlen Dienstag passierten das Drehkreuz am Eingang gerade einmal 53 Besucher. Noch vor Tagen war das ganz anders. Der heiße Juni und die Neugier nach zwei Jahren Sanierung bescherten dem Freibad schon kurz vor der Halbzeit so viel Publikum wie sonst in einer ganzen Saison.

Rund 51.200 Gäste zählte die Stadtwirtschaft als Badbetrei-berin von der Eröffnung Mitte Mai bis zum Dienstagabend dieser Woche. Der Rekord-Badetag war bislang ein Mittwoch, an dem hier 4500 Menschen nach Abkühlung suchten. Ende Juni lag der Besucher-Durchschnitt bei über 1000 pro Tag. Im Juli wurde diese Marke bis dato erst ein einziges Mal übertroffen.

Die Spitzentemperaturen, die Andreas Zündel, Schwimmmeister und Sportstättenleiter der Stadtwirtschaft, für die Badbesucher auf die Tafel schreiben konnte, lagen bei 37 Grad an der Luft und 27 im Wasser. Zu Zeiten, als das Bad noch aus der Lotte gespeist wurde, wäre das Wasser da wohl längst umgekippt. Dieneue Umwälz- und Aufbereitungsanlage, die nun mit Trinkwasser funktioniert, arbeite störungsfrei. „Allerdings hatten wir auch noch keinen nennenswerten Starkregen, der für die Anlage womöglich eine Herausforderung bedeuten könnte“, so Zündel.

Ein Problem, das nach einer Lösung verlangt, bringt der neue Wasserkreislauf jedoch mit sich: Das Nichtschwimmerbecken verschluckt Spielzeug. Die Ansauglöcher, die sich in den Überlaufrinnen entlang der Beckenwand befinden, haben keine Abdeckung. Entsprechend verschwinden in ihnen gern unbeaufsichtigte Kleinteile. Bälle, Wasserpistolen und selbst eine Poolnudel wurden bereits aufgesaugt.

Bestenfalls landet dieses Treibgut im Schwallwassertank des Bades, wo es aussortiert werden kann. Im verwinkelten Labyrinth der Röhren bleibt jedoch auch einiges hängen, was nicht nur ärgerlich für die jungen Besitzer des verschwundenen Spielzeuges ist. „Schon etwa die Hälfte der Abläufe im Nichtschwimmerbecken sind nicht mehr hundertprozentig durchlässig, einige davon sogar völlig verstopft“, betonte der Schwimmmeister. Zwar ist geplant, Abdeckungen auf den Abläufen nachzurüsten. Wie die bereits zugesetzten Leitungen wieder frei zu bekommen sind, wird sich aber wohl erst nach der Saison klären können.

Ebenfalls Nachbesserung, so Zündel, sei an den Außenduschen insbesondere auf der Nordseite entlang der Becken nötig. Die Duschsäulen stünden in einer Windschneise, und die Duschbecken seien zu klein bemessen. Das zusammen bewirke, dass Badgäste die die angrenzende Grünfläche betreten, mitunter im Matsch stehen. Das Gros der neu angelegten Liegewiesen, die frisch angesäten ebenso wie der Rollrasen, leiden derweil aktuell unter der Trockenheit. In vergleichsweise gesundem Grün steht die Wiese zur Schwanseestraße hin da. Allerdings ist diese momentan auch noch für Besucher gesperrt, ebenso der Rasen links und rechts der Halle.

Unaufgeregt kann Zündel auf das einstige Vorwärmbecken schauen, das des Denkmalstatusses und der Optik wegen erhalten wurde. Das weiterhin mit Lottewasser gefüllte Halbrund schimmere zwar Grün vom Algenbewuchs. Das sei für Gewässer mit natürlichem Zulauf aber normal. Obwohl das Becken in dieser Saison noch nicht gereinigt wurde, sei es kein stinkender Tümpel. Eine optische Aufwertung kann sich der Sportstätten-Leiter dennoch vorstellen: etwa durch Körbe mit Seerosen oder durch eine kleine Fontäne.

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