Klima-Bündnis stellt Manifest bei Fridays für Future Weimar vor

Weimar  Im Stadtrat wollen die Grünen derweil einen anderen Beschluss herbeiführen. Harald Lesch ermuntert Schülerstreik        

Auf dem Theaterplatz symbolisierte der Flashmob beim Schülerstreik das Schmelzen der Gletscher.

Auf dem Theaterplatz symbolisierte der Flashmob beim Schülerstreik das Schmelzen der Gletscher.

Foto: Michael Baar

Beim ersten Fridays for Future Schülerstreik nach den Ferien in Weimar haben zunächst Erwachsene für Aufsehen gesorgt. Zwei Vertreter des Klima-Bündnisses Weimar stellten vor den Jugendlichen auf dem Goetheplatz ein „Weimarer Umwelt- und Klima-Manifest“ vor. Seine Autoren verfolgen das Ziel, bis 2025 Weimar zur klimaneutralen Stadt zu entwickeln. Bevor das Manifest an die Stadt übergeben wird, will die Bürgerinitiative tausend Unterschriften sammeln, um dem Papier so viel Gewicht zu geben, dass es in die Stadtpolitik Eingang findet.

Die Zielrichtung des Klima-Manifests ist die gleiche wie der Antrag der Bündnis-Grünen zum „Klima-Notstand“. Nach der Kritik ihres Bundesvorsitzenden haben die Weimarer Grünen den Begriff inzwischen allerdings in Climate Emergency umgewandelt. „Zum einen wird er so in der internationalen Bewegung verwendet“, sagt Andreas Leps, der in dieser Woche zum Vorsitzenden des Bau- und Umweltausschusses im Stadtrat gewählt wurde. „Zum anderen drückt der Begriff für mich so mehr das Prozesshafte aus, um das es uns geht.“ Das Klima-Manifest bekam von den jungen Leuten Beifall und auch erste Unterschriften.

Der Antrag der Grünen war dagegen Alina noch nicht bekannt. Das räumte die 15-Jährige auf Nachfrage ein, nachdem sie mit ihren Freundinnen Doris und Günter vom Klima-Bündnis Weimar applaudiert hatte.

Noch vor Doris und Günter hatte Professor Harald Lesch den Applaus der diesmal 80 bis 100 jungen Leute bekommen. Der Astrophysiker, Naturphilosoph und Wissenschaftsjournalist derzeit wieder als Schirmherr der Kinder-Universität Weimar in der Stadt (heute, Samstag, 10 Uhr, Audimax).

Lesch ermunterte die jungen Leute: „Ihr seid die Einzigen, die uns als Wissenschaftler und die Wissenschaft ernst nehmen. Bleibt dran, macht weiter“, sagte er unter dem Applaus der Kundgebung. – Beim anschließenden Rap war der Professor bereits wieder mit Teilnehmern im Gespräch. So hörte er auch nicht wie der Interpret von „Bullen“ sprach, welche „die Straße mit Blut besudeln“ würden. Wenigstens bei dem einen oder anderen unter den „Parents for Future“ sorgte das für Kopfschütteln. Von anderem Charakter war später der erste Fridays-for-Future-mp3-Flashmob in Weimar. Bei ihrem Demonstrationszug durch die Stadt hatten die Teilnehmer die gleiche mp3-Audio-Datei über Smartphone und Kopfhörer auf den Ohren. Sie folgten dabei Musik und Anweisungen, die Außenstehende nicht hören konnten .

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