Lichterfahrt im Gewitterregen

Weimar  Zu Hunderten grüßten dennoch Menschen im Grammetal die Goldwing-Fahrer. Daasdorfer Treffen spendet 4443,34 Euro an Kinderhospiz

In Hopfgarten am Hinterrasen wartete wieder eine große Gruppe an Zuschauern auf die Goldwinger.

In Hopfgarten am Hinterrasen wartete wieder eine große Gruppe an Zuschauern auf die Goldwinger.

Foto: Michael Baar

Sie ist in jedem Jahr der abschließende Höhepunkt des Daasdorfer Goldwing-Treffens. Die Lichterfahrt durch das Grammetal. Doch ausgerechnet mit ihrem Beginn setzte am Sonnabend der zweite Gewitterregen ein. Die Fahrt startete trotzdem, weil die Goldwingfreunde um die vielen Menschen wussten, die sich an den Straßenrändern in Ottstedt, Niederzimmern, Hopfgarten, Utzberg, Bechstedtstraß, Isseroda und Nohra versammelt hatten. Am stärksten goss es zwischen Hopfgarten und Utzberg, doch an Abbruch dachten weder die Biker, noch die Zuschauer oder die begleitende Polizei, zu der die Veranstalter seit Jahren ein gutes Verhältnis pflegen.

Stunden vorher hatte Oberbürgermeister Peter Kleine von der Bühne des Festzelts gesagt: „Wir sind es in Weimar gewohnt, der Nabel der Welt zu sein. Aber an diesem Wochenende ist das Daasdorf am Berge.“ Er betonte das mit ehrlicher Begeisterung für ein kleines Dorf vor den Toren der Stadt, das seit 17 Jahren Gastgeber für ein sehr großes Treffen ist.

Auf Bitte der Veranstalter Goldwing-Freunde Thüringen baten übergab das Stadtoberhaupt für die verhinderte Schirmherrin Christine Lieberknecht den Spendenscheck des Treffens an das Kinderhospiz. Stolze 4443,34 Euro waren über das Wochenende durch Sammlungen rund um das Treffen zusammengekommen. Allein in die Helme der Golden Nuggets wanderten Freitag bei ihrer Show 1302,11 Euro (und zwei Einkaufswagen-Chips). Die benachbarte Pizzeria Milano steuerte eine Spendenbox mit 220,95 Euro bei und der Goldwing fahrende Häkelclub Beyernaumburg 313,35 Euro.

Das Geld wird in die laufende Rekonstruktion von Haus II in Tambach fließen. Ab 2020 werde es zusätzliche Möglichkeiten der Unterbringung von Angehörigen der todkranken Kinder bieten, erläuterte Lutz Schulz, der ehrenamtliche Botschafter des Kinderhospiz.

Mit 533 Einschreibungen, die für angemeldete Maschinen stehen, erreichte das Treffen diesmal die Rekordmarke nicht ganz. Grämen musste sich darüber niemand. Das Treffen hat seine Dimension gehalten und wird auch 2021 stattfinden. Diesmal kamen die Teilnehmer aus Österreich, der Schweiz, Dänemark, Griechenland, Belgien, den Niederlanden, Luxemburg, der Ukraine und Russland. So sicherte sich Vlad Ilnitsky aus Moskau mit 2064 Kilometern auch den Pokal für die weiteste Anreise international. National schaffte das mit Inge und Günther Dalkolmo aus Konstanz (525 km) ein Ehepaar. Inge war mit ihren 63 Jahren und ihrer 1500er Maschine zugleich die älteste Teilnehmerin. Auf 80 Jahre bringt es Werner Wrase aus Bielefeld (ebenfalls 1500ccm), was ihm einen Pokal einbrachte wie dem Jüngsten: Tim Clavis aus Kleinmachnow steuerte mit 19 eine 1200er nach Daasdorf. Maria (22), die jüngste Frau, kam aus Sondershausen.

Der letzte Pokal-Applaus galt Dirk Schütte und seinen Freunden. Der einstige Frachter-Kapitän schrieb sich mit 21 weiteren Goldwingern als „Ganz alte Säcke“ ein und war damit Kapitän der größten Gruppe. – Der letzte Lacher auf der Bühne ging auf Kosten des OB. Er wolle mit auf Lichterfahrt gehen, verkündete Weiland Bunzel vor Goldwingern mit teils Hunderten LED an ihren Maschinen. Kleine fahre allerdings die falsche Marke und habe nur zwei Lichter: eins vorn und eins hinten . . .

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