Mit jungen Stimmen durch den Stadtraum

Weimar.  Am DNT Weimar entsteht mit Schülern der Audiowalk „Auf der Suche nach dem Zwischenraum“

Rückblick: 2018 feierte ein Audiowalk durch Weimar-Nord seine Premiere.

Rückblick: 2018 feierte ein Audiowalk durch Weimar-Nord seine Premiere.

Foto: Michael Baar

„Auf der Suche nach dem Zwischenraum“ heißt ein Projekt am Deutschen Nationaltheater, das sich an Schülerinnen und Schüler zwischen 12 und 18 Jahren wendet. In den kommenden Monaten können sie einen Audiowalk erstellen, mit dem sie den Weimarer Stadtraum erkunden.

„Es soll ein akustisch begleiteter Spaziergang durch die Stadt entstehen, auf dem die Stimmen der jungen Leute zu hören sind“, erläutert Stephan Mahn, der das Projekt mit Angelika Andrzejewski leitet. Die Stadträume und die Sicht auf diese Orte werden durch die jugendlichen Projektteilnehmer bestimmt. Damit dürfte es sich nicht allein um die typischen Touristenrouten handeln.

Für die Schüler beginnt das Projekt mit einer szenisch-spielerischen Erkundungsübung. Sie treten miteinander und mit Experten in Austausch, setzen sich mit Schwellen, Barrieren und Grenzen des öffentlichen Raums auseinander, entwickeln Ideen für besondere Begegnungs- und Kommunikationsräume. Der Audiowalk werde ungewohnte Perspektiven auf Weimar erfahrbar machen, deren Inhalte die jungen Teilnehmer selbst bestimmen, erläutert Angelika Andrzejewski.

Es geht dabei um Fragen wie: Wem gehört die Stadt? Wer ist wo willkommen? Wer hat welche Zugangsmöglichkeiten zum öffentlichen Leben? Welche Hindernisse sind ,unsichtbar’? Welche Freiheiten bietet der öffentliche Raum? – Mit den jungen Stimmen im Ohr soll die Idee „Eine Stadt für Alle“ utopisch weiterentwickelt werden.

Angesprochen werden verschiedene Interessen der Schüler: Wer gern Geschichten erzählt, ist ebenso willkommen wie Schüler, die sich eher für die technische Seite eines Audiowalks interessieren. Für das Sounddesign steht Rafael Jové bereit.

Entstanden ist die Idee, als das Theater schließen musst, erinnert sich Angelika Andrzejewski. Wie ist in solchen Zeiten Teilhabe überhaupt möglich, fragte sie sich und konnte das Programm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung Nutzen. Daraus wurde eine Kooperation mit der EJBW Weimar, der Landeskoordination „Schule ohne Rassismus –Schule mit Courage“ und der Jenaplan-Gemeinschaftsschule Weimar sowie „Wege ins Theater“.

Projektstart ist am 14. September. Die Proben finden montags von 17 bis 20 Uhr statt. Premiere soll am 24. April 2021 sein. mb

Anmeldungen an: theaterpaedagogik@nationaltheater-weimar.de