Musik und Tanz aus der Zeit von Leonardo da Vinci

Weimar  8. Playgroundfestival ab Freitag im Mon Ami. Konzerte mit The Playfords, Oni Wytars und Artistin Valérie Inertie

Nora Thiele (r.) ist Festivalleiterin und Ensembleleiterin von The Playfords

Nora Thiele (r.) ist Festivalleiterin und Ensembleleiterin von The Playfords

Foto: Guido Werner

Das 8. Playgroundfestival vom 8. bis 10. November im Mon Ami ist „L‘Arte da Vinci“, Musik und Tanz aus der Zeit des Universalgenies Leonardo da Vinci, gewidmet. Auf dem Programm stehen Konzerte und Workshops mit The Playfords, Oni Wytars und der Artistin Valérie Inertie. Wir sprachen mit Festivalleiterin Nora Thiele.

Playground heißt Spielplatz, Experimentierfeld. Welche Möglichkeiten bietet Alte Musik, um zu experimentieren?

Playground ist ein Wortspiel. Ist „Spielplatz“ und Experimentierfeld für Renaissance-, Barock-und Folkmusik im Wechselspiel mit Tanz und Improvisation. Es bezeichnet aber auch die Basslinien, auf denen wir spielen, auf denen wir unsere musikalischen Improvisationen aufbauen. In der Alten Musik war es bis Mitte des 17. Jahrhunderts gang und gäbe, zu improvisieren.

Das 8. Festival setzt einen Schwerpunkt bei Leonardo da Vinci, dessen 500. Todestags wir in diesem Jahr gedenken: Komponiert hat das Universalgenie jedoch nicht. Wie spiegelt er sich im Programm des Festivals?

The Playfords eröffnen das Festival am Freitag. Ein besonderer Höhepunkt in ihrem Konzert ist die Zusammenarbeit mit der Artistin Valérie Inertie, die eine Pionierin des Cyr Wheels – einem menschengroßen Metallreifen – ist. Es ist eine Anspielung auf Leonardo da Vincis Zeichnung des vitruvianischen Menschen, eine seiner bekanntesten Arbeiten und ein weltweites Symbol für Symmetrie, Schönheit und Körperbewusstsein. Die Artistin tanzt zu einer Musik aus der Zeit Leonardo da Vincis. Die Musik soll ein Abbild aus der Zeit da Vincis geben, italienische und französische Musik. Da Vinci selbst hat nicht komponiert. Überliefert ist ein musikalisches Rätsel, das wir vertont haben, ein Wortspiel mit Bögen und Tonbögen.

An wen wenden sich die Workshops? Wie sind diese bislang gebucht?

An Musiker wie auch an Laien. Jeder kann mitmachen. Die Workshops sind gut gebucht. Wer mitmachen möchte, sollte sich anmelden. Beginn ist am Samstag, 9 Uhr, die Workshops werden am Sonntag fortgesetzt. Es gibt Workshops zu den Themen Improvisation, Ensemblespiel und historischen Tanz

Welche Konzerte sollte das Publikum auf keinen Fall verpassen?

Alle drei Konzerte! Es gibt für alles noch Karten. Die Idee ist, sich länger mit da Vinci und seiner Zeit zu beschäftigen.

Wie wird Alte Musik in Weimar aufgenommen? Was sind Ihre Erfahrungen aus den Vorjahren?

Generell hat Alte Musik in Weimar ein Riesenpublikum. Es gibt hier viele Podien für Alte Musik, obwohl in Weimar sehr, sehr viel stattfindet. Wir sehen in unseren Konzerten immer wieder neue Gesichter. Die Organisation des Festivals ist für uns mit einem erheblichen Aufwand verbunden.Für uns ist es aber auch ein Festival, das wir selbst gestalten und entwickeln können. Es ist Ansporn, sich etwas Neues einfallen zu lassen. Early Music Jam Sessions ermöglichen das spontane Zusammentreffen von Profis und Laien. Am Sonntag wird es ein Gemeinschaftskonzert aller Beteiligten geben. Für uns Musiker ist das Festival eine ebensolche Bereicherung wie hoffentlich für das Publikum. Wir tauschen uns aus, lernen Neues kennen, produzieren also nicht nur. Das Festival ist auch ein Bildungsprogramm.

Aus welchem Budget kann das Festival schöpfen? Wer finanziert es?

Es muss sich größtenteils selbst finanzieren. Das geht nicht ganz auf. Wir sind angewiesen auf Förderer. Eine sehr großzügige Förderung kam von der MBM, der Stiftung Mitteldeutsche Barockmusik. Auch die Staatskanzlei und die Stadt Weimar haben uns unterstützt.

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