Nach monatelangem Bauverzug Richtfest für neuen Kindergarten

Weimar.  Der Widerspruch eines Konkurrenten gegen eine Auftragsvergabe legte die Baustelle zwischenzeitlich lahm. Seit September läuft der Hochbau.

Der Ersatzneubau „Campus.Kinder“ aus Richtung Berkaer Straße. Vom „green:house“ links daneben trennt ihn nur eine schmale Gasse.

Der Ersatzneubau „Campus.Kinder“ aus Richtung Berkaer Straße. Vom „green:house“ links daneben trennt ihn nur eine schmale Gasse.

Foto: Susanne Seide

Mit mehreren Monaten Verzögerung konnte am Dienstag der Richtkranz über dem neuen Kindergarten „Campus.Kinder“ auf dem Uni-Gelände aufgezogen werden. Die Rohbauer der Firma WBB Umpferstedt hatten nach der Grundsteinlegung am 17. Dezember 2018 zwar erwartet schnell das Betonfundament für den Ersatzneubau geschaffen. Ab April aber ruhte die Baustelle.

Hintergrund war der Widerspruch eines Konkurrenten gegen die Auftragsvergabe an die Zimmerei Henrik Walther aus Nauendorf bei Kranichfeld, erklärte Ralf Schmidt-Röh, Geschäftsführer des Studierendenwerks Thüringen, das Bauherr und Träger des Kindergartens ist. Die Firma aus dem Weimarer Land hatte die Ausschreibung für das dreigeschossige Gebäude in Holz-Massiv-Verbundbauweise gewonnen.

Der Widerspruch wurde abgewiesen, doch die Zimmerei Walther musste erst andere Aufträge abarbeiten, ehe sie im September mit dem Neubau auf dem Uni-Gelände beginnen konnte. Bis Dienstag war er so weit vorangetrieben, dass nicht nur das Dach dicht, sondern die komplette Außenhülle fertig für den Innenausbau ist, der bereits begonnen hat. Das Tempo nötigte Respekt ab. „Das ging so schnell, dass wir beinahe das Richtfest verpasst hätten“, sagte Ralf Schmidt-Röh.

Für rund 2,5 Millionen Euro, gefördert mit 1,2 Millionen Euro vom Land, entstehen neben der benachbarten Krippe 60 Kindergarten-Plätze für Mitarbeiter und Studierende von Uni und Hochschule. Das sind 5 Plätze mehr als im Merketal, wo die Einrichtung bisher beheimatet ist. Die neue Nähe zur Uni und damit mehr Familienfreundlichkeit stellt ein großes Plus der Einrichtung dar. Ein zweites, dass durch den Auszug aus dem Merketal dort später weiterer Wohnraum für Studierende entstehen kann.

Das Gebäude auf dem knapp bemessenen Areal ist durch einen Aufzug barrierefrei. Im Inneren, wo sich die Richtfest-Gäste bereits umsehen konnten, soll das Holz so roh wie möglich bleiben, erläuterte der Architekt Andreas Reich. Die Fassade allerdings erhält eine Dämmung und wird dann mit dunklen Faser-Zementplatten an das benachbarte „green:house“ angepasst – ein dunkler Experimentalbau aus Holzbeton.

Der Kindergarten inmitten eines alten Baumbestandes erhält auf allen Etagen eine Fußbodenheizung, vier Funktionsräume sowie unter anderem ein Kinder-Restaurant. Nach dem holperigen Zwischenschritt hofft Ralf Schmidt-Röh, dass der Umzug aus dem Merketal im Sommer erfolgen kann

Die Grundsteinlegung für den Kindergarten war eine der ersten Amtshandlungen von Ralf Kirsten als Weimarer Bürgermeister. Er betonte, seither viele Grundsteinlegungen, Richtfeste und Einweihungen erlebt zu haben, durch die in Weimar eine Kindergarten-Landschaft entstanden sei, „auf die wir stolz sein können“.

Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.