Neue Kranichfelder Apotheke eröffnet am 4. Januar

Kranichfeld.  Silke Becker-Haberkorn aus Neudietendorf lässt ab der kommenden Woche die Einrichtung einbauen. Innenausbau ist abgeschlossen.

Silke Becker-Haberkorn freut sich mit Fred Menge (l.) und Enno Dörnfeld auf ihren Start in Kranichfeld.

Silke Becker-Haberkorn freut sich mit Fred Menge (l.) und Enno Dörnfeld auf ihren Start in Kranichfeld.

Foto: Michael Grübner

Nach dreieinhalb Jahren bekommt Kranichfeld wieder eine Apotheke: Silke Becker-Haberkorn, Inhaberin einer Apotheke in Neudietendorf (Nesse-Apfelstädt), kündigte bei einem Vor-Ort-Termin mit Bürgermeister Enno Dörnfeld (CDU) und dem Vorsitzenden der Verwaltungsgemeinschaft, Fred Menge (CDU), die Eröffnung für den 4. Januar an. Sie investierte in den seit März laufenden Umbau der ehemaligen Lager- und Fleischerei-Räume des 2015 geschlossenen Tegut-Marktes einen höheren sechsstelligen Betrag und schafft fünf Arbeitsplätze.

Das Gebäude gehört dem Arzt Ulf Zitterbart, der den ehemaligen Einkaufsmarkt erwarb und umbaute. Seit Juni 2018 befindet sich hier das neue Domizil der vorher in der Alexanderstraße ansässigen Gemeinschaftspraxis. 170 Quadratmeter umfasst die Fläche, die Silke Becker-Haberkorn hier gemietet hat. „Kommt einem größer vor“, so Menge bei der Besichtigung. Das werde sich schon in den nächsten Tagen ändern, entgegnete die Apothekerin. Der Innenausbau sei im Wesentlichen abgeschlossen. In der kommenden Woche rollen große Lieferfahrzeuge an: Möbel, Technik, Einrichtung von Labor und Büro werden dann eingebaut oder aufgestellt. Das Schild „Burgen-Apotheke“ prangt sogar bereits über dem Eingang.

Herzstück der Filiale wird ein Medikamenten-Automat sein, ein Lager- und Ausgabe-System, in dem sich rund 80 Prozent der hier angebotenen Erzeugnisse befinden. „Auch für mich Neuland, so was habe ich in meinem Stammhaus in Neudietendorf nicht“, strahlt Silke Becker-Haberkorn. Neu gelieferte Medikamente muss man hier nicht etwa mühevoll einsortieren, sondern einfach auf ein Transportband legen: Der Automat scannt die Verpackungen, sortiert selbstständig und wählt bei der Ausgabe die Schachtel mit dem nächstliegenden Verfallsdatum.

In Kranichfeld eine zweite Niederlassung zu eröffnen, sei am Anfang nicht mehr gewesen als „eine Schnapsidee“, sagte die Apothekerin lachend. Eine ihrer Mitarbeiterinnen habe vom Aus der Kranichfelder Stern-Apotheke und dann von der Zwangsversteigerung der Immobilie gehört. Dann aber ließ sie es doch darauf ankommen, fuhr in die Zweiburgenstadt und traf sich mit VG-Chef Menge. „Eigentlich habe ich immer damit gerechnet, dass ein Problem auftaucht und die Sache scheitern lässt“, erinnert sich Silke Becker-Haberkorn. Aber das passierte nicht.

Trotz einiger Verzögerungen sei ein Dreivierteljahr für das Umsetzen eines solchen Vorhabens ein solider Zeitrahmen, so die Apothekerin. Ein wenig bedauert sie, dass von den Verhandlungen mit den einheimischen Handwerksfirmen keine zum Erfolg führte – die Betriebe waren entweder ausgelastet, oder die Angebote lagen deutlich über der Konkurrenz. Zu tun gab es eine Menge: Zunächst mussten diverse Innenwände abgerissen und die unterschiedlichen Fußböden auf einheitliches Niveau gebracht werden. Eingangstür, Fenster, Elektrik, Heizung/Lüftung/Sanitär – das alles war neu zu installieren.

Froh ist die Apothekerin über das fünfköpfige Team, das sie trotz angespannter Arbeitsmarkt-Lage in diesem Sektor seit April zusammen hat. An den Vormittagen, zur Kern-Öffnungszeit der benachbarten Arztpraxen, sollen immer drei Mitarbeiter vor Ort sein, ansonsten zwei. An zwei bis drei Tagen pro Woche will auch die Chefin selbst in Kranichfeld mit anpacken.