Neue Weimarer Gruppe kämpft weltweit für Menschenrechte

Weimar.  Träger des Menschrechtspreises schließen sich unter einem ritterlichen Motto zusammen. Neuer Sekretär kämpft unermüdlich für Kinder und Frauen.

Pater Shay Cullen (rechts) bei der Preisvergabe am Dienstag in der Weimarhalle mit den Preisträgerinnen Laila Fakhouri und Ihsan Fagiri (von links).

Pater Shay Cullen (rechts) bei der Preisvergabe am Dienstag in der Weimarhalle mit den Preisträgerinnen Laila Fakhouri und Ihsan Fagiri (von links).

Foto: Michael Baar

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Sechs frühere sowie die beiden aktuellen Preisträger des Weimarer Menschenrechtspreises haben eine Weimarer Gruppe der Menschenrechts-Verteidiger gegründet. Sie wollen ein weltweites Netz entwickeln, über das Menschenrechtsverletzungen erkannt, benannt und bekämpft werden. Ziel sei, sich nach dem Motto „Einer für alle, alle für einen“ zu unterstützen.

Die Idee ging vom irischen Pater Shay Cullen aus, der als Sekretär fungiert. Zur Gruppe gehören ferner Ihsan Fagiri (Sudan), Leila Fakhouri (Westsahara), Schwester Lorena Jenal (Schweiz), Stella Matutina (Philippinen), Biram Dah Abeid (Mauretanien) und Heike Kammer (Deutschland).

Shay Cullen (76) erhielt den Preis 2000 für seinen Einsatz gegen Sextourismus auf den Philippinen. Er fürchtete nach Drohungen beim Verlassen der Philippinen um sein Leben, berichtete der Pater. Unermüdlich setzt er sich mit seiner Preda Foundation für Kinder und Frauen ein, die in dem schmutzigen Geschäft missbraucht und getötet werden. In Weimar berichtete er auch, wie ihm vor zehn Jahren der Prozess gemacht wurde, weil er über Briefe aus Eine-Welt-Läden die Ermordung von Straßenkindern anprangerte. Eine große Gruppe von ihnen nahm ihn zum Prozessauftakt am Flughafen schützend in Empfang, aus Furcht vor denen, die mit dem – staatlich sanktionierten – Sextourismus Millionen verdienen.

Um Freiern aus Deutschland das Handwerk zu legen, setzt sich Cullen für ein Modell ein: Deutschland möge in der Botschaft in Manila Bundespolizei installieren, die u.a. auf Hinweis von Preda Beweise zu deutschen Straftätern sammelt. um sie in Deutschland anzuklagen. Das habe sich mit Australien und den USA bewährt, deren Polizisten viel härter als einheimische gegen Sextäter vorgehen würden.

Laut Shay Cullen hat die Zahl der Haftstrafen auf den Philippinen zugenommen hat: 2018 hätten 18 und in diesem Jahr 20 Männer mit Hilfe von Preda wegen Kindesmissbrauchs das Urteil lebenslang, also 30 Jahre Haft, erhalten. Preda betreut derzeit 70 Kinder.

Die neue Gruppe besuchte zum Abschluss ihrer Konferenz die Gedenkstätte Buchenwald. Shay Cullen will darüber für eine Zeitung auf den Philippinen berichten.

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