Neues Gastro-Angebot löst nicht alle Probleme

Weimar.  Im „Fama“ ist noch kein Cent Soforthilfe angekommen. Betreiberin startet Crowdfunding-Aktion

Die Corona-Pause hat das Team des Cafés "Fama" für viele kleine Verschönerungen genutzt. Seit Mittwoch bietet es durchs Fenster Straßenverkauf an -- ab 7. Mai auch wieder Kaffee aus der reparierten Maschine.

Die Corona-Pause hat das Team des Cafés "Fama" für viele kleine Verschönerungen genutzt. Seit Mittwoch bietet es durchs Fenster Straßenverkauf an -- ab 7. Mai auch wieder Kaffee aus der reparierten Maschine.

Foto: Benjamin Hartung

Das vergangene Jahr war für die Betreiberin des Café „Fama“ in der Windischenstraße ein finanzieller Kraftakt. Das 2016 von Monique Schröder gegründete Café, das Stammgäste gerne ihr zweites Wohnzimmer nennen, war dem Andrang nicht mehr gewachsen. So entstand die Idee zur Erweiterung, die die Jung-Unternehmerin um die Ecke mit der „Fama-Manufaktur“ umsetzten konnte. Während es im Café mit Mittagstisch, Kaffeekränzchen sowie Wunschfrühstück an Wochenenden gemütlich blieb, konnte sie fortan im neuen Laden ihre beliebten handgemachten Kreationen herstellen und zum Mitnehmen anbieten.

Dann kam Corona. Schon vor der behördlichen Verfügung schloss Monique Schröder Café und Manufaktur. „Die Leute waren verunsichert und sind nicht mehr gekommen.“ Vor allem ins kleine Café verirrten sich nur noch wenige Stammgäste, sodass sich der Betrieb nicht mehr gerechnet habe. Mit Monique Schröder blieben unter anderem 14 Mini-Jobber und zwei Teilzeitkräfte zu Hause. „In dem Moment hat man erst einmal alles hinterfragt. Wie geht es weiter?“, beschreibt sie ihre damaligen Gedanken.

Hoffnung weckten die Soforthilfen. Aber bisher sei noch kein Cent angekommen: Den ersten Antrag stellte sie Ende März, dann kamen neue Regelungen und neue Anträge. Erst jetzt erfuhr sie, dass es beim zweiten Versuch ein Problem beim Registrieren gab. Daher muss ein dritter Antrag her. „Die Arbeitsagentur ist auch überfordert“, sagt sie über den Versuch, sich arbeitslos zu melden. Die Mitarbeiter seien zwar sehr bemüht, doch das Prozedere bei Selbstständigen immens aufwendig.

Monique Schröder hat zur Rettung ihrer Existenz ein Crowdfunding gestartet, das viel Zuspruch erfährt, aber dennoch nicht genug. Wie andere Unternehmer rechnet sie damit, 25.000 Euro zu benötigen, um die Durststrecke durchzustehen. Insgesamt 51 Spender haben dazu bisher 2271 Euro beigetragen.

Am Mittwoch hat Monique Schröder aus dem Fenster des Cafés heraus mit dem Straßenverkauf begonnen. Mit einem kleineren Sortiment als sonst samt eines Hauptgerichtes mittags, Suppe, Sandwiches, Kuchen und Keksen. Die neue Weimarer Lösung für die Gastronomen begrüßt sie natürlich, könne sie aber kaum nutzen. Die Gasse sei zu schmal, um in gebührendem Abstand Tische und Stühle aufzustellen, und die großen Plätze zu weit weg.

gofundme.com/f/das-fama-gemeinsam-unser-2-wohnzimmer-behuten