Oberbürgermeister Kleine leerte braune Tonnen

Weimar  Weimars Oberbürgermeister ging mit dem Kommunalservice auf Entsorgertour.

Auch Einhängen will gelernt sein: OB Peter Kleine bekam auf dem Betriebshof zunächst eine Einweisung.

Auch Einhängen will gelernt sein: OB Peter Kleine bekam auf dem Betriebshof zunächst eine Einweisung.

Foto: Thomas Weber

Zwiebelmarkt-Königin Katrin Hartung musste Mittwochmorgen zweimal hinsehen: Tatsächlich, das war der Oberbürgermeister, der da mit einem Entsorgungsfahrzeug braune Tonnen entleerte. Für lange Erläuterungen war keine Zeit. So wird Peter Kleine ihr erst auf dem Zwiebelmarkt berichten, dass er mit der Entsorgerschicht den Vorsatz umsetzte, alle Bereiche der Stadtverwaltung selbst kennenzulernen.

„Im Betriebshof war ich schon und auch in der Stadtgärtnerei. Für die Entsorger beim Kommunalservice haben wir lange nach einem Termin gesucht“, berichtet er auf Nachfrage. Deshalb sagte Kleine die halbe Schicht am frühen Morgen auch nicht ab, obwohl er Dienstag erst kurz vor Mitternacht von der Expo-Real in München zurückkehrte.

Wer als Entsorger durch Weimar fährt, der muss sein Fahrzeug gut beherrschen. Das weiß der OB nach diesem Vormittag. In engen Straßen, zwischen parkenden Autos und auf glattem Pflaster sei das eine Kunst. Genauso wie der Transport von schweren 120-Liter-Tonnen: „Es gibt da Ecken, die sind wirklich schlimm.“ Er weiß aber auch, was mancher seiner Weimarer so in die braune Tonne steckt: „Die Mitarbeiter sind wirklich nicht pingelig, aber manche Tonne muss einfach stehen bleiben und mit einem Hinweiszettel versehen werden.“

Den zweiten Teil des Vormittags fuhr Kleine mit der Sperrmüll-Entsorgung mit. Ebenfalls eine neue Erfahrung. Neben den ungeschminkten Worten der Kollegen sei es ihm wichtig gewesen, Organisation und Durchführung dieser Dienstleistung selbst zu sehen. – Neben dem Staunen der Zwiebelmarkt-Königin bekam er von einem Elektriker auch noch einen spitzen Satz über die Straße: „Na, Herr Oberbürgermeister, das OB-Gehalt reicht wohl nicht?“

Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.