Pläne sollen keine Panik schüren, aber für Klarheit im Ernstfall sorgen

Weimarer Land.  Der Pandemiestab im Landratsamt Weimarer Land beschäftigte sich in seiner letzten Sitzung mit dem Thema Großveranstaltungen

Auch die Preisverleihung des diesjährigen European Design Award könnte im schlimmsten Fall den Maßnahmen zum Opfer fallen.

Auch die Preisverleihung des diesjährigen European Design Award könnte im schlimmsten Fall den Maßnahmen zum Opfer fallen.

Foto: Sascha Margon

Der Tag der Karnevalisten in der Vereinsbrauerei Apolda ist die erste Großveranstaltung in Stadt und Kreis, die dem Corona-Virus zum Opfer fällt. Am Mittwoch gab die Brauerei als Gastgeber gemeinsam mit dem Faschingsregional-Verein (FRA) die schwere Entscheidung bekannt.

Solche Absagen könnten in nächster Zeit noch weitere Veranstaltungen treffen, gleichwohl es im Weimarer Land bisher noch keinen bestätigten Infektionsfall gibt. Aktuell liegen solche Entscheidungen deshalb noch in den Händen der Veranstalter selbst und werden nicht von Amtswegen angeordnet.

Solange es keinen Coronafall im Weimarer Land gibt, entscheiden Veranstalter selber über eventuelle Absagen

Dennoch beschäftigte sich in dieser Woche der Pandemiestab des Landkreises unter anderem mit diesem Thema. Dessen Vorsitzende, Landrätin Christiane Schmidt-Rose (CDU), kam erst am Mittwoch wieder mit Vertretern des Gesundheits- und Veterinäramtes, des Amtes für Brand- und Katastrophenschutz und Rettungsdienst, der Polizeiinspektion Apolda sowie des Jobcenters Weimarer Land und der Kreisbeigeordneten zusammen, zum zweiten Mal in dieser Woche, um notwendige Absprachen zu treffen.

Besprochen wurde dabei auch der Fall der Fälle. „Sobald sich ein Corona-Verdacht im Kreis bestätigt, müssen Veranstalter davon ausgehen, dass wir als Landratsamt im Sinne des Infektionsschutzgesetzes eine Verfügung erlassen werden, nach der größere Veranstaltungen abgesagt werden müssen“, erklärt Schmidt-Rose.

Bis es soweit kommen sollte, setzt die Behörde in diesem Punkt aber ganz auf die freie Entscheidung jedes einzelnen Veranstalters. Gleichzeitig empfiehlt Schmidt-Rose, dass jemand, der in den nächsten Tagen und Wochen ein Event mit mehr als 50 Personen plant, auch einen Plan B entwickeln sollte.

Private Feiern seien davon natürlich nicht betroffen, betont Schmidt-Rose. Dennoch sollte hier jeder Vernunft walten lassen, ob er ein Fest mit vielen Menschen stattfinden lässt oder lieber verschiebt.

Laut einer nicht repräsentativen Umfrage der Redaktion sind bisher aktuell keine weiteren Großveranstaltungen in Apolda, wie beispielsweise in der Stadthalle, der Lutherkirche, der Dreifelderhalle oder in der Schwimmhalle abgesagt worden. So erklärt Peggy Lindern vom Hotel am Schloß auf Nachfrage, man sei als Vermieter der Stadthalle an solchen Entscheidungen auch gar nicht beteiligt, diese liegen alleine im Ermessen des Veranstalters.

Gleiches bestätigt Diana Weßler von der Apoldaer Beteiligungsgesellschaft (ABG). Geplante Schwimmwettkämpfe der Vereine oder das große Bundesliga-Tanzturnier der Sportabteilung des SV Jena vom 21. bis 22. März in der Dreifelderhalle wurden bis jetzt nicht abgesagt. Beim Jugendweihe-Verein in Erfurt stehe man dieser Tage im ständigen Kontakt mit den Gesundheitsämtern und dem Bundesverband. Eine Absage der Jugendweihen in Apolda oder anderen Regionen Thüringens stehe derzeit aber nicht im Raum, heißt es.

Aktuell werden im Landratsamt Verfügung für mögliche Absagen von Großveranstaltungen vorbereitet und diese auf Rechtmäßigkeit geprüft. Damit man im Notfall schnell reagieren kann. Wegen einer erwartbaren Kurzfristigkeit solcher ungewöhnlichen Maßnahmen werde über deren Veröffentlichung nachdacht. Diese könnten über Aushänge, die Presse oder Funk und Fernsehen verbreitet werden.