Rekordbesuch im Schwanseebad: Mehr als im Jahrhundertsommer

Weimar  Nach der Saison werden nun noch Abwasserleitungen erneuert. Im kommenden Jahr kehrt auch die Rutsche zurück

Die kleine Charlotte (4) war der letzte Badegast der Saison 2019. Kein Wunder: Ihr Papa ist Schwimmmeister Martin Gutzmann.

Die kleine Charlotte (4) war der letzte Badegast der Saison 2019. Kein Wunder: Ihr Papa ist Schwimmmeister Martin Gutzmann.

Foto: Michael Baar

Rekordbesucherzahlen von insgesamt 89.727 Freibad-Gästen hat die Stadtwirtschaft Weimar für die Saison 2019 verkündet. Inklusive der Schüler und Sportler im Lehr-, Übungs- und Trainingsbetrieb sei damit im Schwanseebad sogar der „Jahrhundertsommer 2003“ mit seinen 80.629 Besuchern überboten worden.

Schon zur Eröffnung am 15. Mai kamen etwa 1000 Besucher ins Freibad an der Schwanseestraße, auch wenn da noch die wenigsten ins Wasser stiegen. Im Mai wurden es beinahe täglich mehr. Im Juni kletterte die Wassertemperatur schnell über 20 Grad und die Besucherzahlen über 4000. So seien an Spitzentagen wie dem 5. Juni 4274 und dem 26. Juni sogar 4577 Besucher gezählt werden.

Die heißesten Tage des Sommers bescherten bis zu 28 Grad Celsius Wassertemperatur. Solche Werte seien bis dahin nie gemessen worden. Doch selbst bei diesem Ansturm habe die neue Wasseraufbereitungsanlage für eine hervorragende Wasserqualität gesorgt und ihren Härtetest bestanden. So konnte das Freibad viele Besucher zurückgewinnen, die es wegen der Wasserqualität in den letzten Jahren verloren hatte. Touristen und auswärtige Gäste zeigten sich beeindruckt von der großzügigen Anlage und der Wasserfläche, die auch bei großem Besuch noch komfortables Schwimmen ermöglicht. So zählte das Schwanseebad selbst in den traditionell geringer besuchten Ferienmonaten Juli und August noch rund 33.000 Badegäste.

Die neuen Saison- und Zehnerkarten haben sich positiv auf die Situation an der Kasse ausgewirkt. Besucher mussten selbst an heißen Tagen kaum noch langen Wartezeiten in Kauf nehmen. Die zahlreichen Hinweise von Badegästen zur Tarifstruktur sollen jetzt nochmals mit der Stadt auf den Prüfstand gestellt werden.

Gut angenommen wurden die neuen Wasserspielplätze, die neu angelegte Tribüne und die abgetrennten Schwimmbahnen. Der 10-Meter-Sprungturm war wie immer die Hauptattraktion des Bades. Hin und wieder habe es Nachfragen nach einem Planschbecken und mehr Geländern gegeben. Wirklich vermisst und nachgefragt wurde die Rutsche am Nichtschwimmerbecken.

Oberbürgermeister Peter Kleine bekräftigte noch einmal: „Mit dem Beginn der nächsten Saison wird auch die beliebte Rutsche für die Kinder wieder zur Verfügung stehen.“

Bedauert hat die Stadtwirtschaft die 13 Unfälle mit leichten bis mittelschweren Verletzungen, die ärztliche Behandlungen nach sich zogen. Neun Mal wurde der Rettungswagen bzw. der Krankentransport verständigt. Weniger dramatisch waren 750 kleinere Hilfeleistungen, die durch das Personal des Bades abgesichert wurden.

Noch nicht gelöst ist das Problem Flachwasserbecken, welches nur noch eine denkmalpflegerisch-optische Funktion hat. Durch das stark mit Algen versetzte Wasser wird es als störend empfunden. Nach Angaben von Geschäftsführer Frank Harz ist die Stadtwirtschaft optimistisch, mit der Stadt als Eigentümerin eine bessere Lösung für das Flachwasserbecken zu finden.“

Die Sanierung des Schwanseebades wird in den kommenden Wochen mit der Erneuerung einiger Entwässerungsleitungen abgeschlossen. Sie waren auf den Zeitraum nach der Freibadesaison verschoben worden, um die Eröffnung im Mai nicht zu gefährden. Dazu gehören ein Leitungsstrang entlang der nördlichen Beckenseite und eine unterirdische Sanierung an der südöstlichen Ecke des Schwimmerbeckens in Richtung Bad Hersfelder Straße Auch das Nichtschwimmerbecken soll im Hinblick auf eventuell noch zu glättende Fugen überprüft werden. Hierzu hatte es ebenfalls Hinweise gegeben.

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