Royaler Besuch in Weimar

Weimar  König Philippe und Königin Mathilde besuchten gestern die KZ-Gedenkstätte Buchenwald, machten sich kundig zur Weimarer Moderne und aßen zu Abend im Schloss Belvedere.

Auf dem Weg zum Bauhausmuseum gab OB Peter Kleine dem Königspaar Erläuterungen zum Quartier der Moderne und zum „Gauforum“.

Auf dem Weg zum Bauhausmuseum gab OB Peter Kleine dem Königspaar Erläuterungen zum Quartier der Moderne und zum „Gauforum“.

Foto: Michael Baar

Es stand nicht im Protokoll, passte aber zum royalen Besuch: Beim Eintreffen des belgischen Königs Philippe und seiner Gattin, Königin Mathilde, vor dem Neuen Museum schien gestern die Sonne. Die Monarchen waren aus der Gedenkstätte Buchenwald hinter einer stattlichen Eskorte zum Jorge-Semprún-Platz gerollt, wo sie von Oberbürgermeister Peter Kleine und einer ganzen Reihe von Schaulustigen erwartet wurden.

Als das Paar gegen 16 Uhr seiner Limousine entstieg, applaudierten sie. Auch Marc Vanagt, der das verdutzte Paar in seiner Muttersprache, belgischem Niederländisch, begrüßte. Der Wahl-Bergerner stammt aus Belgien und kannte aus seiner Zeit im Hotel Grand Palace in Brügge bereits Philippes Eltern, König Albert II. und Königin Paola.

Im Museum besichtigte das Paar vor allem Exponate des belgischen Bauhäuslers Henry van de Velde und trug sich in Weimars Goldenes Buch ein. Während die Royals im dienstags geschlossenen Museum eher unter sich waren, gingen sie zu Fuß ins Bauhausmuseum, wo normaler Betrieb herrschte. Die Polizei beließ es bei kurzen Taschenkontrollen der anderen Gäste.

Ausgerechnet beim Königspaar versagte der Aufzug, so dass die Monarchen zu Fuß bis in den dritten Stock stiegen. Die Bauhaus-Teppiche, das Modell des Hauses Am Horn, die Wiege von Peter Keler und die Gemälde fanden ihr besonderes Interesse. Im Foyer überreichte Peter Kleine das Weimarer Willkommensgeschenk. Zwar hätte es das Protokoll lieber gesehen, wenn es als Paket überreicht worden wäre. Doch Kleine setzte sich durch und gab sogleich Erläuterungen zur Replik der berühmten Wagenfeld-Leuchte.

Zum eher privaten Teil des Tages gehörte ein Besuch in Goethes Wohnhaus, den König Philippe allein absolvierte. Zum Abendessen, das Ministerpräsident Bodo Ramelow und seine Gattin, Germana Alberti vom Hofe, in Belvedere gaben, wurden rund 40 Gäste erwartet, darunter Michael, Prinz von Sachsen-Weimar-Eisenach, sowie seine Gattin Dagmar. Gereicht wurden vorwiegend regional-saisonale Gerichte, so Altenburger Ziegenhartkäse oder Rehrücken aus dem Thüringer Wald. Dazu spielte das „International Quartet Weimar“ u.a. Werke des Buttelstedter Barock-Komponisten Johann Friedrich Fasch und den ersten Satz aus Mozarts „kleiner Nachtmusik“ – ehe die Monarchen ihre Nachtruhe im Elephant genossen.

Weimar selbst schien den Belgiern gefallen zu haben. Der Botschafter kündigte bereits an, die Stadt bald wieder zu besuchen.

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