Rund 1700 Gäste bei Bach-Biennale in Weimar

Weimar  Bachs Musik in Bildern und mit Ideen des Bauhauses verknüpft. Fortsetzung der Biennale 2021 unter dem Motto „Bach Natürlich“

Barocktanz traf bei der ausverkauften Abschlussveranstaltung mit dem Theater der Klänge im Schießhaus auf modernen Tanz und Schlemmers Lackballett.

Barocktanz traf bei der ausverkauften Abschlussveranstaltung mit dem Theater der Klänge im Schießhaus auf modernen Tanz und Schlemmers Lackballett.

Foto: Maik Schuck

Ein positives Resümee zog Myriam Eichberger, Intendantin der Bach-Biennale Weimar, nach Abschluss des Festivals am Sonntag: Weimar werde immer mehr zur Bach-Stadt, das sei auch in diesem Jahr wieder zu spüren gewesen. Was die kommenden Bach-Biennalen betrifft, versprach Eichberger: „Wir werden unser Konzept, Bachgeschichten in Weimar zu erzählen, fortführen. Auch den Fokus auf junge Musiker werden wir mit unserem ,Jungen Internationalen Zentrum Bach und Barockmusik’ weiter ausbauen.“ Das Ensemble „con|tactus“ für das Eröffnungskonzert war durch einen Wettbewerb ausgewählt worden, im nächsten Jahr ist nach Angaben der Festival-Intendantin ein Improvisationswettbewerb geplant.

Rund 1700 Gäste wurden in den 17 Veranstaltungen der Bach-Biennale vom 9. bis 14. Juli gezählt. Die Abschlussveranstaltung am Sonntagabend im Schießhaus war restlos ausverkauft. Für Myriam Eichberger „der rauschhafte Höhepunkt des Festivals“. Diesen Farbenrausch und auch dieses sehr „Bauhausige“ empfand sie unter verschiedenen Aspekten als „einen sehr berührenden Abend“. Als weitere Tops verbucht Myriam Eichberger das Eröffnungskonzert, eine Stadtführung entlang der Bachplätze in Weimar und das Fest der Fuge mit dem in Weimar entstandenen Wohltemperierten Klavier I an drei verschiedenen Orten auf drei verschiedenen Instrumenten (Klavier, Clavichord und Cembalo). Richtige Flops habe es nach Angaben Eichbergers keine gegeben. Allerdings seien am Sonntag weniger Kinder als erwartet zur eigens für sie konzipierten Stadtführung „Der junge Bach und junge Bauhausideen“ gekommen.

Im Mittelpunkt des Festivals standen im Jubiläumsjahr Bach und Bauhaus. Das zentrale Thema wurde aus verschiedenen Aspekten beleuchtet. Zum einen mit Werken, die die Bauhauskünstler enorm beeindruckt und beeinflusst haben, nämlich die Fugenkunst von Bach. Deshalb sei als Untertitel auch „form follows Fugue“ gewählt worden, unterstrich die Festival-Intendantin. Das stand in verschiedenen Konzerten im Mittelpunkt, mit dem Wohltemperierten Klavier, über das Konzert „Kunst Handwerk Bach und Bauhaus“, das beide Richtungen verband, bis hin zum Abschlusskonzert, in dem der veranstaltende Verein Bach in Weimar den Versuch gewagt habe, beides in einer Veranstaltung zu kombinieren und einen Dialog zu veranstalten. Weil die Bach-Biennale eben nicht nur reproduzieren will, sondern selbst kreativ sein will.

Die parallel veranstaltete und von rund 100 Jungen und Mädchen besuchte Kinder-Bach-Biennale (Kiba) zeichnete sich bis auf eine Ausnahme durch ermutigenden Zuspruch aus. Unter dem Motto „Bachs Musik in Bildern“ vermittelte die Kiba spielerisch in Film-, Mal- und Experimentierworkshops, einem Improvisationskonzert und einer Stadtführung ebenfalls die Verbindungen zwischen Bachs Musik und experimentellen Bauhaus-Ideen. So entstanden beispielsweise in den beiden Malworkshops in Zusammenarbeit mit Creaviva vom Paul-Klee-Zentrum Bern in Anlehnung an Paul Klees Schichtentechnik schillernde Kunstwerke – kein Kind brauchte dafür ein Maltalent. Da Paul Klee sich in seinen Arbeiten von Bach inspirieren ließ, wurde im Malkurs Bachs Musik gespielt.

Für das nächste Mal könnte man diese Workshops auch für mehr Kinder parallel durchführen. Idealerweise dann aber in der Schulzeit. Das Kinderkonzert mit all’improvviso am Sonntagmorgen „Bachs Ohrwürmer auf Reisen“ fand bei Familien begeisterten Zuspruch. Die Kiba-Stadtführung auf den Spuren von Bach und Bauhaus begann musikalisch mit einem Orgelspiel, aufgrund des Regens musste der für draußen geplante Abschluss-Zeichenworkshop allerdings in die Notenbank verlegt werden. Diese bot für fast alle Kiba-Veranstaltungen ein ideales Ambiente.

Die nächste Bach-Biennale Weimar findet nach Angaben von Myriam Eichberger vom 6. bis 11. Juli 2021 statt und folgt dem Motto „Bach Natürlich“.

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