„Sabine“ wirft eineinhalb Monatsernten im Forstamt Bad Berka um

Bad Berka.  Rechtzeitig, bevor die Borkenkäfersaison beginnt, hofft der Forst die Sturmschäden im Wald beseitigt zu haben.

Zwischen Tonndorf und München ließ der Sturm gleich mehrere Bäume auf die Straße stürzen.

Zwischen Tonndorf und München ließ der Sturm gleich mehrere Bäume auf die Straße stürzen.

Foto: Stefan Eberhardt

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„Wir scheinen mit dem berühmten blauen Auge davongekommen zu sein“, sagt Jan Klüßendorf. Nun, da sich der Sturm „Sabine“ in Luft aufgelöst hat, konnte sich der Leiter des Bad Berkaer Forstamtes mit seinen Kollegen einen Überblick über die Schäden verschaffen, die die Böen in den hiesigen Wäldern verursachten.

Wenngleich zahlreiche umgestürzte Bäume, die im Süden und Südwesten des Weimarer Landes Straßen blockierten, am Sonntagabend weitaus Schlimmeres befürchten ließen, seien die Sturmfolgen in der Region beherrschbar. Der Sturm warf in etwa die Menge Holz um, die das Forstamt bei der Waldbewirtschaftung in eineinhalb Monaten einschlägt – an Südwesthängen etwas häufiger als anderswo, prinzipiell aber über die gesamte Region und alle Baumarten verteilt: von der Fichte über die Kiefer bis hin zur Buche.

Bemerkenswert: Vom Windbruch seien nicht in erster Linie solche Bäume betroffen gewesen, die durch die anhaltende Trockenheit in den vergangenen beiden Jahren oder durch Borkenkäferbefall bereits vorgeschädigt waren. „Die haben meist kaum noch Nadeln und bieten dem Wind deshalb weniger Angriffsfläche“, weiß der Forstamtsleiter. So war es auch nur etwa ein Drittel der nun umgestürzten Bäume, bei dem „Sabine“ den Stamm brechen ließ. Rund zwei Drittel, so Klüßendorf, seien mitsamt der Wurzel umgeworfen worden.

Die Hauptwege im Wald haben die Forstmitarbeiter inzwischen freigeschnitten. Jetzt werden insbesondere die Kronen auf Schäden hin kontrolliert. „Von der Zeit her hat der Sturm gerade noch so gepasst. In vier bis fünf Wochen müssen wir mit den Aufräumarbeiten fertig sein. Dann kommt der Borkenkäfer“, sagt Klüßendorf.

Neben solchen Akuteinsätzen, die Käfer, Dürre und Wind von den Forstleuten fordern, haben sie auch ihrem ganz normalen Geschäft nachzugehen. Mitte nächster Woche steht im Forsthaus Willrode wieder die jährliche Wertholzversteigerung. Die Zeit, um hierfür das Holz zu schlagen, hat sich das Forstamt Bad Berka bereits im vergangenen November genommen. Rund 80 Festmeter hochwertiges Holz, in erster Linie Eiche, können die Bad Berkaer diesmal auf dem Submissionsplatz nahe Egstedt anbieten. „Von der Menge her sind das etwa 80 Prozent von dem, was wir sonst für die Submission eingeschlagen haben“, erklärt der Forstamtsleiter.

Bei der schriftlichen Versteigerung, bei der alle Waldbesitzer Thüringens ihre hochwertigen Stämme veräußern können, werden in diesem Jahr insgesamt knapp 1150 Festmeter Holz von 13 Baumarten angeboten. Die Submission in Willrode ist die einzige ihrer Art in Thüringen und eine der größten in Mitteldeutschland.

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