Semester-Start an Bauhaus-Uni Weimar mit zusätzlichen Räumen und Einbahnstraßen

Weimar.  Die Bauhaus-Universität strebt für ihr am Montag beginnendes Wintersemester einen Anteil an Präsenzveranstaltungen von 60 Prozent an.

Diverse Einführungskurse, hier etwa mit Architektur-Erstsemestern auf der Terrasse am Goethe-Schiller-Archiv, gab es in den letzten Wochen bereits.

Diverse Einführungskurse, hier etwa mit Architektur-Erstsemestern auf der Terrasse am Goethe-Schiller-Archiv, gab es in den letzten Wochen bereits.

Foto: Paul Harhausen / Bauhaus-Universität Weimar

So viel Präsenzlehre wie möglich: Unter diesem Motto startet am Montag, 2. November, die Vorlesungszeit im Wintersemester der Bauhaus-Universität. Nachdem das Sommersemester bis auf einige kleine Veranstaltungen in den Forschungslaboren komplett in digitaler Form über die Bühne ging, wollen die Verantwortlichen um den Universitätspräsidenten Winfried Speitkamp nun auch wieder einen wichtigen Teil jedes Studiums ermöglichen: den direkten Austausch der Studierenden sowohl untereinander als auch mit den Lehrkräften.

Die überschaubare Größe der Universität war der wichtigste Faktor für die Entscheidung. „Es ist natürlich nachvollziehbar, wenn große Hochschulen in den Metropolen weiter nur digital arbeiten“, so Speitkamp. „Aber wir müssen eben nicht jeden Tag 20.000 Studenten mit Bus oder Bahn durch die Stadt schicken. In Weimar kann man sich immer sicher bewegen, im Zweifelsfall funktioniert alles auch zu Fuß oder per Fahrrad. Das wollen wir als Vorteil nutzen.“ Die Zahl der immatrikulierten Erstsemester-Studierenden liegt an der Bauhaus-Uni nur knapp unter dem Wert von rund 1000 aus dem Vorjahr, insgesamt werden in diesem Semester rund 4000 junge Frauen und Männer hier eingeschrieben sein. Nennenswert geringer sei lediglich der Anteil der ausländischen Studierenden, so Speitkamp.

Seinen Respekt zollt der Präsident den rund 1000 Uni-Mitarbeitern, die in den letzten Wochen intensiv an der Vorbereitung des Semesters arbeiteten, „viele an den Grenzen ihrer Kräfte“, so Speitkamp. Wichtigste Regel ist die Mund-Nasen-Schutz-Pflicht in allen Gebäuden. Erst wenn sie ihre Plätze im Raum erreicht haben, dürfen Studierende und Lehrkräfte die Maske abnehmen. 5000 dieser Bedeckungen ließ die Uni mit dem Bauhaus-Logo bedrucken und verteilt sie zu Beginn der kommenden Woche als Willkommensgeschenk an alle Mitarbeiter und Studierenden.

So weit die Gebäude es zulassen, wird es überall „Einbahnstraßenregelungen“ mit getrennten Ein- und Ausgängen geben. Alles ist mit Hinweisschildern und Boden-Markierungen klar strukturiert. An den Zugängen vieler Räume stehen Lesegeräte für die Thoska, den elektronischen Studentenausweis. Wo das nicht möglich ist, werden schriftliche Teilnehmerlisten geführt, um bei Bedarf Infektionsketten nachvollziehen zu können. In den größeren Seminarräumen sind Kohlendioxid-Messgeräte installiert, die anzeigen, wann die nächste Stoßlüftung notwendig ist. Zudem habe man alle Klimaanlagen noch einmal überprüft, um sicherzustellen, dass diese nur Außenluft verarbeiten, so Speitkamp.

Auf rund 60 Prozent veranschlagt der Präsident den geplanten Anteil an Präsenzveranstaltungen. Der schwanke je nach Fachrichtung. Große Vorlesungen, wie etwa die Einführungsveranstaltungen der Bauingenieure, finden weiter nur digital statt, ansonsten setzt die Bauhaus-Universität auf die Arbeit in möglichst kleinen Gruppen. Das geht so weit, dass die Belegungspläne für sämtliche Räume auf die Samstage ausgeweitet wurden und die Universität in vier Gebäuden der Stadt zusätzliche Räume angemietet hat, in denen immerhin 47 Lehrveranstaltungen stattfinden.

Fast täglich, so Speitkamp, werde eine Taskforce mit Vertretern aller Fakultäten tagen, hinzu komme ein wöchentlicher Krisenstab. „Wir werden täglich beurteilen und nachbessern müssen“, weiß der Präsident. „Die Möglichkeit der Rückkehr zu rein digitalen Formaten besteht immer.“