Stadtsportbund hält 400 Weimarer Grundschüler in Bewegung

Weimar.  Haupt- und Ehrenamtler bieten in vier Grundschulen sportliche Aktivitäten an. AOK unterstützt Aktion mit 400 Springseilen

Ihre eigenen Springseile nahmen Grundschüler in Schöndorf am Mittwoch für ihre Bewegungsspiele mit dem Stadtsportbund begeistert in Empfang.

Ihre eigenen Springseile nahmen Grundschüler in Schöndorf am Mittwoch für ihre Bewegungsspiele mit dem Stadtsportbund begeistert in Empfang.

Foto: Susanne Seide

Der Hintergrund ist – wie vielfach in diesen Tagen – mit dem Corona-Virus nicht der schönste. Aber der Stadtsportbund Weimar hat aus der Tatsache, dass seine Hauptamtler zurzeit nicht so gefordert sind wie sonst, eine Tugend gemacht: Sabrina Hempe und Sebastian Aulich sowie halb im Ehren- und halb im Hauptamt der Vorsitzende der Weimarer Sportjugend, Tom Holley, und Georg Hohbein, FSJler beim HSV, halten Weimars Grundschüler in Bewegung.

Zum Start des Präsenzunterrichts hatte der Stadtsportbund nach einem Aufruf aus Helmut Holters Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport allen Weimarer Grundschulen das Angebot unterbreitet. Zugegriffen haben jene in Schöndorfe sowie die Park-, Pestalozzi- und die Albert-Schweitzer-Grundschule. In 15 Gruppen bieten die vier Übungsleiter im 14-tägigen Rhythmus Bewegungs- und Sportangebote.

Was gut klingt, hat einen Haken. Sobald etwa Springseile benutzt wurden, mussten sie nach den Treffen alle mühsam gereinigt und desinfiziert werden. Abhilfe kam über die AOK zustande. Die Krankenkasse spendierte dem Stadtsportbund auf dessen Anfrage hin binnen einer Woche exakt 400 Springseile. So kann jedes Kind sein eigenes benutzen – und auch noch zu Hause üben. Dabei hilft ein Elternbrief mit Tipps und Tricks, etwa wie sich das Seil auch zum Balancieren und als Wurfgerät eignet.

Das Angebot soll auf jeden Fall bis zu den Sommerferien laufen. Auch wenn der Stadtsportbund mit dem zunehmenden Trainingsbetrieb in den Vereinen jetzt auch wieder andere Aufgaben hat. Die notwendigen Hygienekonzepte verunsichern dabei und führen zu vielen Rückfragen, berichtete auf Anfrage unserer Zeitung Sportkoordinator Stefan Engelhardt.

Die Leichtathleten des KSSV Victoria Weimar etwa haben es etwas leichter und drehen ihre Runden im Stadion. Die Cheerleader vom 1. Cheer- und Fitnessclub Weimar wollen am Freitag kommender Woche in den Trainingsbetrieb einsteigen. Statt Hebefiguren und Kontakten gibt es aber zunächst nur Tanzen auf Distanz. Bei den Mannschaftssportarten sei es sehr unterschiedlich, manche trainieren bereits, andere warten aus Verunsicherung noch ab, so Stefan Engelhardt. Gerätturner ebenso wie die Schwimmer, die sich seit der vergangenen Woche wieder treffen, haben sich vorerst aufs Laufen und allgemeines Athletik-Training umgestellt.

DLRG-Sportler, Taucher und die Triathleten hoffen, für das Schwimmtraining nach dessen Wiedereröffnung spätestens am 21. Juni Randzeiten im Schwanseebad nutzen zu können, also vor oder nach der Öffnung für die Allgemeinheit. Zudem gebe es Gespräche, im Aqua Relax Runden drehen zu können.