Stadtwerke Weimar erhöhen die Strom- und Gaspreise

Weimar.  Der neue CO2-Preis kostet einen durchschnittlichen Haushalt in Weimar knapp 100 Euro pro Jahr zusätzlich für Strom und Gas.

Wenn die Preise steigen, empfiehlt es sich, den Überblick zu behalten – auch über den Stand des eigenen Stromzählers. Das Bild ist ein Symbolbild.

Wenn die Preise steigen, empfiehlt es sich, den Überblick zu behalten – auch über den Stand des eigenen Stromzählers. Das Bild ist ein Symbolbild.

Foto: Thomas Nitsche

Die Stadtwerke Weimar erhöhen die Preise für Strom und Gas. Mit der gesetzlich vorgeschrieben Veröffentlichung hat der Stadtversorger am vergangenen Wochenende die Änderungen für die Grund- und Ersatzversorgung mit Strom und Gas ab Januar 2021 bekanntgegeben.

Auf Nachfrage der Redaktion begründete das Unternehmen die Erhöhung mit der neuen CO-Bepreisung, die perspektivisch den Ausstoß von Treibhausgasen reduzieren soll. Der staatlich vorgegebene CO-Preis werde künftig genauso wie Steuern und Abgaben in die Energiepreise einkalkuliert und an den Bund abgeführt.

Auf eine Kilowattstunde Erdgas bedeute das beispielsweise zusätzliche Kosten von 0,55 Cent/kWh (brutto) oder 0,455 ct/kWh (netto). Damit sollen Anreize für ein umweltschonendes Verhalten setzen. Die Einnahmen aus dem CO-Preisen sollen direkt dem Klimaschutz zugute kommen, so die Auskunft. Mit ihnen finanziere der Bund Maßnahmen wie Förderprogramme zur Gebäudesanierung.

Während die Stadtwerke den CO-Preis auf alle ihre Kunden umlegen müssen, gelten die veröffentlichten Preiserhöhungen nur für Kunden, die sich in der Grund- oder Ersatzversorgung befinden. Beim Strom betrifft das 3766 Kunden in Weimar, bei der Gasversorgung 832 (Stand 23.10.2020). Letztlich sind das die von den Stadtwerken Weimar belieferten Haushalte, die keinen speziellen Tarif vereinbart haben wie beispielsweise Weimar-Strom oder Weimar-Gas Direkt. Dennoch steigen auch für Letztere die Preise.

Auf Nachfrage der Redaktion teilten die Stadtwerke mit, dass ein durchschnittlicher Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 15.000 kWh mit einer monatlichen Steigerung der Gasrechnung um 6,77 Euro oder einer jährlichen Erhöhung um 81,22 Euro rechnen muss. Das gelte sowohl für die allgemeinen Preise der Grund- und Ersatzversorgung als auch für die Weimar-Tarife.

Die Strom-Preiserhöhung schlägt sich für einen durchschnittlichen Haushalt in Weimar bei einem Jahresverbrauch von 2500 kWh in einer jährlichen Erhöhung von 10,50 Euro oder 0,88 Euro im Monat nieder. Auch diese Zuwächse gelten für die Grund- oder Ersatzversorgung und für die Weimar-Tarife in gleichem Maße. Jeder Betroffene erhalte dazu Schreiben mit detaillierten Informationen über die Entwicklung seiner Preise im kommenden Jahr.

Energielieferanten wie die Stadtwerke Weimar sind verpflichtet, die Einnahmen aus der CO 2 -Bepreisung an den Staat abzuführen. Die Erlöse werden dafür eingesetzt, die EEG-Umlage (Erneuerbare-Energien-Gesetz) zu senken. Diese EEG-Umlage zahlen alle Verbraucherinnen und Verbraucher – sie ist im Preis enthalten. Künftig werde die EEG-Umlage mit Einnahmen aus der CO-Bepreisung gesenkt werden können.