Staupendahl: Familienbetrieb in vierter Generation

Weimar.  Mit einer Ehrenurkunde würdigt die IHK die bekannte Weimarer Möbelspedition zum 130-jährigen Bestehen

130 Jahre Spedition Staupendahl: Markus Heyn überreicht Ehrenurkunde der IHK an Martina Kohl-Staupendahl, Wilhelm Staupendahl, Mitarbeiter.

130 Jahre Spedition Staupendahl: Markus Heyn überreicht Ehrenurkunde der IHK an Martina Kohl-Staupendahl, Wilhelm Staupendahl, Mitarbeiter.

Foto: Michael Baar

25 und 30 Jahre sind die Unternehmen in diesem Jahr meist alt, wenn ihnen Markus Heyn vom IHK-Servicecenter in Weimar eine Ehrenurkunde der Kammer überreicht. Ganz selten dagegen geht es um mehr als ein Jahrhundert. In der Belvederer Allee 17 bei der Firma Wilhelm Staupendahl Möbeltransporte, ging es dieser Tage um eine ganz andere Dimension.

Im Frühjahr 1890 gründet, ist die Firma bereits 130 Jahre alt. Ein Familienbetrieb in vierter Generation!

Am Beginn dieser Firmengeschichte steht mit Lisbeth Staupendahl eine junge Weimarer Geschäftsfrau. Sie hat von ihren Eltern eine Waschanstalt geerbt, verkauft diese und erwirbt die Umzugsfirma Roetsch. Sitz der Firma ist die Jakobstraße, Ecke Luthergasse, die heute eine Baulücke ziert.

Nach Weimar und auch wieder weg aus der Stadt wird damals oft umgezogen. Als der russische Gesandte nach St. Petersburg zurückkehrt, bleiben fünf Wagen, Pferde und drei Mitarbeiter dort als russische Staupendahl-Filiale, die bis zur Oktoberrevolution besteht. Später wickelt die Firma auch den Umzug von Bauhaus-Gründer Walter Gropius nach Dessau ab.

Nach dem zweiten Weltkrieg wird die Firma 1951 zunächst enteignet. Aus ihr wird der Kraftverkehr Weimar. Wenige Jahre später darf Werner Staupendahl, der Sohn der Gründerin, doch wieder einen Versuch auf privater Basis starten. Er ist immerhin so erfolgreich, dass sein Sohn Wilhelm 1974 die Firma übernimmt, aber eine staatliche Beteiligung erdulden muss.

Die Spedition trägt seinen Namen auch weiter, als Tochter Martina Kohl-Staupendahl 2005 die Nachfolge antritt. 1989 war die gelernte Sekretärin von der HAB in die Firma gewechselt. Sie studierte Betriebswirtschaft im Fernstudium und qualifizierte sich bei der IHK zur Speditionskauffrau.

In ihrem 130. Jahr hat die Spedition acht gewerbliche Mitarbeiter. Der Firmensitz ist seit 1991 an der Belvederer Allee, der Betriebshof in der Brennerstraße. Pferde gibt es seit den 1970er-Jahren nicht mehr. Geblieben ist der gute Ruf. Theater, Klassikstiftung oder Musikhochschule gehören zu den Kunden. Klavier- und Flügeltransporte sind seit eh und je eine Spezialität der Spedition. Der Transport von Geldschränken ebenfalls, betont Martina Kohl-Staupendahl, die auch als Partner für Übersee-Transorte bereit steht.

Ihre eigene Nachfolge hat die 56-jährige Firmenchefin übrigens noch nicht geregelt. Nur eines weiß sie bereits heute: Den Namen „Möbeltransporte Wilhelm Staupendahl“ wird es dann weiterhin geben.