Thüringer Grünen-Chefin mit Kind im Weimarer Stadtrat - Anzeige wegen Kindeswohlgefährdung

dpa
Ann-Sophie Bohm-Eisenbrandt, Vorsitzende der Stadtratsfraktion Bündnis 90/ Die Grünen.

Ann-Sophie Bohm-Eisenbrandt, Vorsitzende der Stadtratsfraktion Bündnis 90/ Die Grünen.

Foto: Henry Sowinski

Weimar.  Ann-Sophie Bohm hat eine Anzeige wegen Kindeswohlgefährdung erhalten, weil sie ihr Kind mit in eine Stadtratssitzung genommen hat. Das steckt dahinter.

Die Co-Chefin der Thüringer Grünen, Ann-Sophie Bohm, hat nach eigenen Angaben eine Anzeige wegen Kindeswohlgefährdung erhalten, weil sie ihr Kind mit in den Weimarer Stadtrat genommen hat. Es habe an dem Tag keine andere Betreuungsmöglichkeit gegeben, sagte Bohm am Dienstag.

Bohm: Es habe keinerlei Beschwerden gegeben

Dem Kind sei es in den rund eineinhalb Stunden im Stadtrat gut gegangen, es habe auch keinerlei Beschwerden gegeben. "Ich sehe das Problem nicht." Bohm hatte den Vorfall am Dienstag selbst beim Kurznachrichtendienst Twitter öffentlich gemacht.

Die Anzeige sei anonym aufgegeben worden, womöglich von jemandem, der die Stadtratssitzung per Livestream verfolgte.

Während der Stadtratssitzungen komme ihr Kind gewöhnlich bei der Oma unter, diesmal sei das aber nicht möglich gewesen. "Ich glaube, das Problem mit der Kinderbetreuung haben einige Eltern", sagte Bohm. Sie habe am Tag nach der Sitzung einen Anruf vom Jugendamt erhalten, das Problem aber im Gespräch klären können.

Im Jahr 2019 hatte eine andere Thüringer Grünen-Politikerin für Schlagzeilen gesorgt, als sie ihr Kind mit in eine Plenarsitzung des Landtages gebracht hatte. Die Grünen-Abgeordnete Madeleine Henfling musste damals eine Landtagssitzung verlassen. Später wurden Babys im Plenarsaal erlaubt und ein Extra-Stillzimmer im Landtag eingerichtet.