Tiefe Trauer in Weimar nach Tod von Rosemarie Deibel

Mit Bestürzung und Trauer hat die Stadt auf den Tod der großen Weimarer Schauspielerin Rosemarie Deibel reagiert. Sie war am Dienstag im Alter von 76 Jahren gestorben.

Mit Bestürzung und Trauer hat die Stadt auf den Tod der großen Weimarer Schauspielerin Rosemarie Deibel reagiert. Sie war am Dienstag im Alter von 76 Jahren gestorben. Foto: Marco Kneise

Mit Bestürzung und Trauer hat die Stadt auf den Tod der großen Weimarer Schauspielerin Rosemarie Deibel reagiert. Sie war am Dienstag im Alter von 76 Jahren gestorben. Foto: Marco Kneise

Foto: zgt

Weimar. "Sie war die Seele des Nationaltheaters", sagt Oberbürgermeister Stefan Wolf. "Ihr Tod ist ein großer Verlust für das DNT, die Stadt und Thüringen."

Als "eine der leidenschaftlichsten, bedingungslosesten und bis zuletzt neugierigsten Schauspielerinnen" würdigt sie der DNT-Intendant Stephan Märki. "Als ich hier anfing, war sie schon beinahe im Rentenalter, doch niemand sollte es wissen: keine Geburtstage, keine Jubiläen sollten erwähnt, bedacht oder gefeiert werden. Sie wollte bis zuletzt spielende Schauspielerin sein."

Tief betroffen ist auch Volkhardt Germer, über viele Jahre Oberbürgermeister und nun 2. Vorsitzender des Freundeskreises des DNT. "Mit Erschrecken habe ich von ihrem Tod erfahren", sagt er. "Sie hat in unglaublichen Rollen Unglaubliches geleistet. Es war immer eine Freude, sie auf der Bühne zu sehen." Germer bewundert die Kraft und Disziplin, mit der Deibel den Ansprüchen des Publikums noch im Alter gerecht wurde. "Sie wird unvergessen bleiben und in Gedanken immer bei uns sein", betont er.

Jeanne Devos spielt erst seit 2010 am DNT. "Neben ihr auf der Bühne zu stehen, war für mich als Anfängerin ein großes Geschenk", sagt sie. Mit großer Zuneigung erinnert sie sich daran, "sie zu beobachten, von ihr zu lernen, ihre harte aber immer konstruktive Kritik entgegen zu nehmen." Später, so Devos, folgten Spaziergänge, Abende mit Essen und Wein. "Und das Wissen, dass hinter dieser tollen aber strengen Schauspielerin ein ganz feiner und liebevoller Mensch steckt. Ich hätte sie gerne noch länger beobachtet, ihr zugehört, von ihr gelernt."

Als die Nachricht gestern in die Welt drang, wurde sie auch in Wien mit Betroffenheit aufgenommen. "Und mit Erstaunen, da es schier unbegreiflich scheint, dass diese große Lebensenergie nun nicht mehr live von uns bestaunt und geliebt werden kann", schreibt die Regisseurin Susanne Lietzow über "unsere wunderbare Rosemarie". "Ich bedauere zutiefst, nicht noch weitere Arbeiten mit dieser großen, wachen und jung denkenden Schauspielerin verwirklichen zu können. "

"Je älter sie wurde, desto neugieriger in künstlerischen Erkundigungen habe ich sie erlebt", sagt Intendant Stephan Märki. Er erinnert sich:

"Einmal hatte sie einen leichten Bühnenunfall und ich besuchte sie im Spital. Wir saßen im Gang und Rosemarie erzählte aus ihrem so reichen Bühnenleben; als ich auf die Uhr schaute, waren drei Stunden vergangen, gefühlt eine halbe. Leben und Bühne verschwammen in Rosemaries Leben – auf der Bühne wie im richtigen Leben. Sie spielte und wollte spielen bis zuletzt, das hat sie geschafft – und so wird sie mir in Erinnerung bleiben."

Zu den Kommentaren