TSV-Fasching in Berlstedt: Bürgermeister geht in die Bütt

Berlstedt.  Der TSV Berlstedt/Neumark tüftelt zurzeit intensiv am Programm der Faschings-Prunksitzung, mit der er am 1. Februar zwei Jubiläen feiert.

Die Tanzsportgarde, hier die Jüngsten bei einem Auftritt in der vergangenen Faschingssaison, bildet das Herzstück des Programms.

Die Tanzsportgarde, hier die Jüngsten bei einem Auftritt in der vergangenen Faschingssaison, bildet das Herzstück des Programms.

Foto: Sophie Mansfeld

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Als Faschings-Hochburg galt der größte Ort der Landgemeinde Am Ettersberg bisher nicht. Jetzt schickt sich der Sportverein TSV Berlstedt/Neumark an, das zumindest für einen Abend zu ändern: Wenige Tage nach Beginn des Vorverkaufs sind schon mehr als 50 Tickets für die Prunksitzung am 1. Februar im Saal des Kulturhauses verkauft. Anlass für diese Samstags-Sause ist ein doppeltes Jubiläum: Der TSV wurde im vergangenen Jahr 105 Jahre alt, die Tanzsportgarde feiert 2020 ihr Zehnjähriges.

Diese Abteilung des TSV ist der entscheidende Grund für die Sportler, sich auf närrisches Terrain zu wagen. 53 Mädchen gehören zurzeit dazu und trainieren in drei Gruppen: die Kleinsten (3 bis 6 Jahre) ein Mal, die anderen (7 bis 12 sowie älter als 12) zwei Mal pro Woche. Acht Mädchen, die als Solistinnen auftreten, bestreiten sogar eine dritte Einheit. Allein acht Nummern im geplanten rund zweistündigen Bühnenprogramm sind für die Tanzsportgarde eingeplant – das Training dafür läuft auf Hochtouren, wie Abteilungsleiterin Sophie Hopfgarten versichert.

Die Truppe ist gefragt: Sie tanzte beim letzten Faschingsabend in Berlstedt, als 2015 der Schloßvippacher Carnevalsverein im Kulturhaus gastierte. Für die kommende Saison sind die Mädchen unter anderem für den Handwerker-Carnevalsclub in Weimar, den Apoldaer Faschingsclub, wiederum Schloßvippach sowie Auftritte in diversen Senioren-Einrichtungen gebucht. Für ihr „Heimspiel“ klopften sie bei allen befreundeten Vereinen an und baten um Gastbeiträge für das Programm. Feste Zusagen gibt es noch nicht. „Wir hoffen, dass der Termin noch für einige davon in die Planung hineinpasst“, sagt Alexander Krospe, seit März Vorsitzender des TSV.

Er selbst lässt sich nicht lumpen und schreibt zurzeit an einer Büttenrede. „Ich verzichte bewusst darauf, mir dafür irgendwelche Bausteine im Internet zu suchen“, sagt er. „Es soll was Eigenes werden, mit viel Selbstironie und Seitenhieben auf unser Vereinsleben und die Kommunalpolitik.“ Deren wichtigster Protagonist im Nordkreis hat als Gastredner zugesagt: Thomas Heß (CDU), Bürgermeister der Landgemeinde Am Ettersberg, wird ebenfalls in die Bütt steigen.

Aus den Abteilungen Tischtennis, Volleyball und Kegeln kamen bisher noch keine Angebote für das Programm. Krospe hoffte gestern, seine Fußball-Mitstreiter noch für einen Männerballett-Auftritt zu gewinnen, mit Hilfe einer Trainerin der Tanzsportgarde. Der Kirmesverein hat seine Mitwirkung auf der Bühne zugesagt. Intensiv wirbt der TSV zudem zurzeit noch um die „12 Zylinder“, die Männer-Gesangsgruppe der Kirchspiele Buttelstedt und Neumark, sowie die „Partysahnen“-Kapelle aus Ottmannshausen.

„Es wird unterm Strich kein klassischer Fasching wie anderswo mit Elferrat und Prinzenpaar“, so Krospe. „Mit Buttelstedt zum Beispiel wollen wir uns nicht vergleichen.“ Aber der Abend soll ein Angebot sein – für alle Vereinsmitglieder, für das Dorf und alle aus dem Umland, die einen entspannten und lustigen Abend verbringen wollen. Geplant ist er vorerst nur als einmaliges Ereignis. Krospe: „Wenn es richtig gut läuft, würden wir über eine Wiederholung nachdenken, aber bisher ist nicht geplant, dass wir das jetzt jedes Jahr machen. Schließlich haben wir mit der klassischen Arbeit eines Sportvereins genug zu tun.“

1. Februar, Einlass 19 Uhr (freie Platzwahl), Beginn 20.11 Uhr, Karten 10 Euro im Vorverkauf, 12 Euro Abendkasse, Kinder bis 14 Jahre jeweils die Hälfte. Vorverkaufsstellen: Gasthaus Zur Linde, Friseursalon Kitty Hecht und Krautis Imbiss-Eck oder über tsv-berlstedt.de

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren