Umfrage sieht Weimars Mensa auf dem letzten Platz

Weimar  Dennoch: Die Nutzer stellen ihr ein befriedigendes Zeugnis aus. Für den Umbau der gut bewerteten Örtlichkeit fehlt aber noch ein Ausweich-Quartier

Der Speisesaal der Mensa am Park mit ihren typischen Leuchten. Zu Details der Sanierung hat sich das Studierendenwerk bisher noch nicht geäußert.

Der Speisesaal der Mensa am Park mit ihren typischen Leuchten. Zu Details der Sanierung hat sich das Studierendenwerk bisher noch nicht geäußert.

Foto: Mensainitiative

Weimars Mensa am Park liegt in puncto Zufriedenheit bei Studierenden und Mitarbeitern von Hochschulen im gesamten Freistaat ganz hinten. Die an und für sich solide Gesamtnote 3,0 bedeutet, dass alle anderen zehn Mensen des Studierendenwerks Thüringen besser abschneiden. Allen voran eine in Gera, die auf einer Bewertungsskala von 1 bis 5 die Gesamtnote 2,21 erhalten hat. Das ergab eine repräsentative Online-Befragung der Agentur Conomic aus Halle an der Saale.

Auch das Essensangebot in der Mensa am Park liegt am unteren Ende der Skala und mit der Note 3,11 sogar noch unter dem eigenen Gesamtergebnis. Hier bestehe laut Agentur der größte Handlungsbedarf bei den Mensen des Studierendenwerkes. Am negativsten bewerten die Nutzer die Auswahl an veganen Gerichten und regionalen Produkten sowie den Geschmack der Speisen. Unter dem Durchschnitt liegt auch die Bewertung der Konsistenz des Essens sowie der Auswahl an internationalen Gerichten.

Die Zufriedenheit mit dem Service ist bei der Mensa ebenso – wenngleich mit einer nicht schlechten Note 2,07 – unterhalb des Durchschnitts von 1,9. Hier benannten die Befragten folgende Probleme am häufigsten: die Geschwindigkeit der Essenausgabe sowie die Hilfsbereitschaft, Freundlichkeit und Kompetenz der Mitarbeiter.

Im Gesamtbild noch etwas schlechter schneidet unter den Cafeterias jene in der Weimarer Coudraystraße ab. Sie kommt mit der Note 3,35 auf den letzten Platz und landet in den drei Unterkategorien zwei Mal ganz hinten: bei Service und Örtlichkeit. Die Atmosphäre beim Essen, aber auch die Temperatur vor Ort und der Zeitaufwand wurden am schlechtesten bewertet. In puncto Angebot wiederum ist die insgesamt etwas bessere Cafeteria in der Anna-Amalia-Bibliothek das Schlusslicht. Hier fällt die Auswahl an veganen Gerichten, regionalen Produkten und Fleischgerichten am meisten negativ ins Gewicht.

Bei der Zufriedenheit mit der Örtlichkeit kommt die Mensa am Park mit der Note 2,26 auf den viertletzten Platz. Das zumindest soll sich ab dem kommenden Jahr ändern, wenn das Studierendenwerk sein nächstes Großprojekt in Weimar angeht: die Sanierung der Mensa. Als erste Lose sollen dazu die Baustelleneinrichtung sowie – mit einem Arbeitszeitraum von Januar bis April kommenden Jahres – Abbruch- und Rückbauarbeiten vergeben werden.

Größtes Problem bei dem Vorhaben ist rein logistisch die Frage, wo die Studierenden, Mitarbeiter und Gastesser während der Bauzeit versorgt werden können. Erfahrungen mit Provisorien bei einem Mensa-Umbau hat das Studierendenwerk Thüringen: Als die Einrichtung an der Carl-Zeiss-Promenade in Jena ab September 2005 für ein Jahr sanierungsbedingt geschlossen werden musste, wurden die Studierenden, Mitarbeiter und Gastesser in einem Mensa-Zelt mit 550 Plätzen verköstigt. Der Ausweich stand auf einem Parkplatz. Ähnliches hat das Studierendenwerk auch in Weimar vor. Aber auch knapp eineinhalb Monate vor dem geplanten Baustart noch keinen Standort für den Ausweich. Daran werde mit Hochdruck gearbeitet, hieß es am Donnerstag auf Anfrage unserer Zeitung.

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