Unbekannte beschädigen Baum zum Gedenken an Opfer des KZ Buchenwald

dpa, red
Auch nahe der Gedenkstätte Buchenwald wurden im Juli sieben Bäume abgesägt (Archivfoto).

Auch nahe der Gedenkstätte Buchenwald wurden im Juli sieben Bäume abgesägt (Archivfoto).

Foto: Bodo Schackow/dpa

Weimarer Land.  Ein weiterer Baum des Projektes "1000 Buchen" beschädigt. Die Bäume sollen an die Todesmärsche aus Buchenwald sowie die Opfer des Euthanasie-Programms erinnern.

Bei Weimar ist erneut ein Gedenkbaum, der an Opfer des NS-Konzentrationslagers Buchenwald erinnern soll, beschädigt worden. Spaziergänger bemerkten am Sonntag einen Schnitt im Stamm der Buche, wie die Polizei am Montag mitteilte. Die Kriminalpolizei Jena ermittelt. Bereits im Sommer waren mehrere Gedenkbäume beschädigt worden, die Häftlingen des Konzentrationslagers Buchenwald oder in Buchenwald ermordeten Kindern gewidmet waren.

Der nun betroffene Baum befindet sich am Ilmtal-Radweg zwischen den Gemeinden Kromsdorf und Oßmannstedt bei Weimar und ist Teil des Projekts "1000 Buchen". Die Bäume erinnern auch an die "Todesmärsche" von KZ-Häftlingen. Der Begriff steht für die Räumung des Lagers, mit der die Nazis kurz vor dessen Befreiung Anfang April 1945 begonnen hatten. Tausende Häftlinge wurden in Richtung anderer Lager wie Flossenbürg und Dachau getrieben, viele überlebten dies nicht.

Erst am Mittwoch waren symbolisch neue Gedenkbäume gesetzt worden. Sie sollten ursprünglich die im Sommer beschädigten Bäume ersetzen, ergänzen diese aber nun, da fast alle Bäume gerettet werden konnten.

Es ist nicht das erste Mal, dass Gedenkbäume geschändet wurden. Allein sieben Gedenkbäume haben Unbekannte Ende Juli nahe der Gedenkstätte Buchennwald umgesägt.

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