Viele Tore durch mehr Risiko

Weimar  Interview der Woche mit Markus Haubold, Trainer des Fußball-Kreisoberligisten Schöndorfer SV

Schöndorfs Dasmir Mahmudovski (links) gehört zu den Offensivkräften von Trainer Haubold.

Schöndorfs Dasmir Mahmudovski (links) gehört zu den Offensivkräften von Trainer Haubold.

Foto: Peter Hansen

Platz vier in der Tabelle. Die Kicker des Schöndorfer SV haben lange nicht, wenn überhaupt schon mal in der Kreisoberliga-Geschichte, von so weit oben gegrüßt. Es ist nach fünf Spieltagen zwar nur eine Momentaufnahme aber wir sprachen mit Trainer Markus Haubold wie gut die Chancen stehen, diesen Rang zu festigen, warum man plötzlich so viele Tore schießt und warum so viel vom Personal abhängt.

In den letzten Jahren ging es für Sie immer nur um den Klassenerhalt. Sind sie deshalb mit dem Saisonstart zufrieden?

Grundsätzlich schon. Die zwei Siege waren wichtig. In Gräfinau-Angstedt kann man verlieren. Über die beiden 3:3 zu Beginn ärgern wir uns tatsächlich ein wenig. Aber ich will mich nicht beschweren.

Nach fünf Spielen hat Ihre Mannschaft schon elf Tore erzielt. Dafür brauchte der SSV die letzten Jahre fast eine ganze Halbserie. Was hat sich im Sommer getan?

Zuerst muss man natürlich sagen, dass wir auch selten so viele Gegentore kassiert haben. Aber wir haben taktisch etwas verändert, gehen in der Defensive etwas mehr Risiko. Das kann wie man gesehen hat auch nach hinten losgehen. Generell sind wir für die Gegner nicht mehr so berechenbar. Die Last ist auf mehrere Schultern verteilt. Philipp Neunemann und Dasmir Mahmudovski geben uns in der Offensive noch mehr Optionen.

Und außerdem sind auch ein paar Akteure zurückgekehrt richtig?

Ja. Stephan Kretzer nach seinem Achillessehnenriss und dem Bundeswehreinsatz im Ausland sowie Oliver Römer nach seinem Kreuzbandriss geben uns spielerisch natürlich wieder mehr Möglichkeiten. Wir sind breiter aufgestellt. Izet Bajram ist zudem ein Junge, der noch A-Junioren spielen könnte und einen guten Job macht.

Was haben Sie sich nun für ein Ziel gesetzt?

Natürlich wollen wir es so schnell wie möglich schaffen, nichts mit der unteren Tabellenregion zu tun zu haben. Ich rede aber auch nicht von einem Platz unter den Top drei. Das können wir uns als kleiner Verein gar nicht erlauben. Mal schauen, wie es in eineinhalb Monaten aussieht.

Wie schätzen Sie die Liga insgesamt ein?

Ich denke, dass es ein sehr großes Mittelfeld geben wird. Es gibt bisher ein paar Überraschungen. Apolda und Schwarza hätte ich sicher etwas weiter oben erwartet, aber es ist wie gesagt auch noch früh in der Saison. Ansonsten gibt es auch einige Vereine, die hoffen, dass es möglichst wenig Absteiger gibt. Wir schauen aber erst mal auf uns. In der Mannschaft stimmt die Chemie, jeder hat Bock auf Fußball. Bleibt nur zu hoffen, dass der Großteil gesund bleibt. In Unterwellenborn haben einige Spieler gefehlt, aber die Ersatzleute haben das super aufgefangen.

Demnächst folgt eine englische Woche für den Schöndorfer SV. Was habt Ihr euch vorgenommen?

Natürlich so viele Punkte wie möglich mitnehmen. Nächsten Sonntag Schwarza, dann am Donnerstag das verlegte Spiel vom Zwiebelmarkt gegen die SC-Reserve und drei Tage später der VfB Apolda. Drei starke Teams, aber wir haben Selbstbewusstsein getankt, außerdem finden alle Partien bei uns statt. Den Heimvorteil wollen wir nutzen.

Sie sind außerdem auch Fan der NFL, genauer gesagt der Tampa Bay Buccaneers. Was erhoffen Sie sich von ihrem Team in dieser Saison? (Diese Frage wurde vor dem Spieltag am Sonntag gestellt, Anm. d. Red.)

Mal sehen. Die Liga ist zu Beginn immer schwer einzuschätzen. Aber ich kann mich nicht beschweren. Bei den Spielen von Tampa gibt es immer viele Punkte, meist für den Gegner (lacht). Einige Experten in den USA sagen, sie könnten in diesem Jahr sogar ihr Division gewinnen. Da bin ich allerdings eher skeptisch.

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