Weimar reagiert mit Tests und mehr Maskenpflicht

Weimar.  Der Dienstag ging mit einer weiteren bestätigten Infektion zu Ende. 70 Testergebnisse standen noch aus

Die städtische Abstrichstelle ist weiterhin in Betrieb. Die Anmeldung erfolgt über die Hotline (762 555).

Die städtische Abstrichstelle ist weiterhin in Betrieb. Die Anmeldung erfolgt über die Hotline (762 555).

Foto: Michael Baar

Das Infektionsgeschehen in Weimar bleibt in Bewegung. Obwohl einer der zuletzt 19 Infizierten inzwischen genesen ist, ging die Stadt mit 19 akut Kranken aus dem Tag. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog.

Grund dafür war ein weiteres positives Testergebnis, das am Abend bekannt wurde. Die infizierte Person war nach Angaben der Stadtverwaltung aus Südamerika eingereist, hatte sich nach ihrer Ankunft in Weimar weitgehend selbst isoliert und nähere Kontakte vermieden. Das Laborergebnis gab der Vorsicht nachträglich Recht.

Der neue Fall stehe in keinem Zusammenhang mit jenen der vergangenen Tage, ließ das Gesundheitsamt mitteilen. Dort gingen am Dienstag 35 der ausstehenden 105 Testergebnisse ein. Die Zahl der Menschen in Quarantäne sieg auf 211 (+6). Die Infektion von 17 der insgesamt 19 akut Kranken lässt sich auf die Infektionsketten zweier Familien zurückführen. Sie hatten sich durch einen Besucher aus Hof und bei einem Besuch in Euskirchen angesteckt. Bevor die Infektion entdeckt wurde, war sie schon – unter anderem bei einem Friseurbesuch und in einem Ergotherapie-Studio – an mindestens sechs weitere Weimarer weitergeben worden.

Schon am Mittag war die Stadtverwaltung davon ausgegangen, dass weitere positive Fälle auftreten. „Bei über 100 ausstehenden Tests ist die Wahrscheinlichkeit hoch“, sagte Bürgermeister Ralf Kirsten, der den Krisenstab leitet. „Das bedeutet, dass wir weiterhin achtsam im Umgang miteinander sein müssen. Das Händeschütteln und innige Umarmungen außerhalb des engsten Bezugskreises sollten nach wie vor vermieden werden.“

Amtsärztin Dr. Isabelle Oberbeck versichert: „Wir arbeiten intensiv daran, die Zahlen in Weimar so gering wie möglich zu halten. Allerdings ist auch für uns die Menge der gleichzeitig auftretenden Infektionen neu.“ Sie appellierte dringend an alle Bürgerinnen und Bürger, den Mindestabstand einzuhalten, um Infektionsketten zu unterbrechen. „Dort wo es nicht möglich ist, ist das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung unerlässlich“, sagt sie.

Die Stadt will es deshalb nicht bei Appellen belassen. Oberbürgermeister Peter Kleine kündigte die Verlängerung der städtischen Allgemeinverfügung an, die eigentlich diese Woche auslaufen sollte. So wird es weiterhin bei der Pflicht zum Tragen von Gesichtsmasken in Geschäften, im ÖPNV und in medizinischen Einrichtungen bleiben. Diesmal gilt sie für Kunden wie Mitarbeiter, sofern diese nicht durch Plexiglaswände oder Vergleichbares geschützt sind.

„Die jetzige Situation zeigt: Corona kann jederzeit wiederkommen. Ohne aktive Fälle waren die letzten Wochen von einer spürbaren Erleichterung gekennzeichnet. Bei geringen Fallzahlen können wir uns das auch guten Gewissens leisten. Wenn wir aber einen Anstieg der Zahlen bemerken, ist es unsere Pflicht gegenzusteuern“, sagt der Oberbürgermeister.

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